Kommentar
Lotto spielen für Palliative Care?

Gemäss Aufgaben- und Finanzplan soll Palliative Care vorläufig aus dem Swisslos-Fonds finanziert werden. Ein Kommentar von Hans Fahrländer

Hans Fahrländer
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Swisslos

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Keystone

Tatsache 1: Palliative Care, Pflege und Schmerzlinderung für unheilbar Kranke, wird immer wichtiger, weil immer mehr von uns immer älter werden und weil sie eine gute Alternative zur Sterbehilfe mit dem Giftfläschchen ist.

Tatsache 2: Auch wenn Palliative Care abseits grosser Medizintechnik geschieht – sie ist eine professionelle Herausforderung, sie ist kostenintensiv und sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. So weit, so klar.

Leider folgt jetzt Tatsache 3: Die öffentliche Hand, vor allem der Kanton, steht auf der Kostenbremse. Der Strom öffentlicher Gelder für Palliative Care floss im Aargau immer spärlich, nun drohte er ganz zu versiegen. Was nun?

Die rettende Idee: Wir haben ja den Swisslos-Fonds (früher hiess er Lotteriefonds, aber das tönte etwas gar lotterig). Finanzieren wir also Palliative Care über dieses Spezialkässeli. Es ist das einzige Geld, das uns ohne Leistung einfach zufliesst. Eine gute Idee? Fraglich, eher nein. Im Fonds-Reglement erscheinen Gesundheit und Soziales am Schwanz der Liste unterstützungswürdiger Projekte. Weiter oben stehen: Kultur, Denkmalpflege, Bildung, Forschung, Umwelt, Entwicklungshilfe. Überdies heisst es, Projekte, die schon lanciert seien, würden nicht unterstützt. Es trinken schon viele Kühe aus dieser lotterigen Quelle. Es wird ja wegen Palliative Care nicht zusätzlich Lotto gespielt. Vor allem aber: Diese Finanzierungsart ist nicht nachhaltig. Irgendeinmal muss der Posten in den ordentlichen Staatshaushalt überführt werden.

Jetzt ist dort praktisch eine Leerstelle. Wann hat sich die Kasse erholt? Der Zeitpunkt, wo «neue» Aufgaben im Haushalt Platz finden, liegt wohl nahe am Sankt-Nimmerleins-Tag.

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