Aargauer Cupfinaltag
Larissa Stampfli oder Petar Aleksandrov?

Frauen fühlen sich diskriminiert: Sie spielen den Cupfinal auf dem Nebenplatz, die Senioren im Stadion. Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Frauen fühlen sich diskriminiert: Sie spielen den Cupfinal auf dem Nebenplatz, die Senioren im Stadion. (Symbolbild)

Frauen fühlen sich diskriminiert: Sie spielen den Cupfinal auf dem Nebenplatz, die Senioren im Stadion. (Symbolbild)

Keystone/ENNIO LEANZA

Kennen Sie Larissa Stampfli oder Patrizia Fiechter? Die meisten Fussballfans im Aargau dürften bei dieser Frage den Kopf schütteln. Für alle, die sich nicht besonders für Frauenfussball interessieren, sind die Captains des FC Erlinsbach und des FC Windisch keine bekannten Namen.
Kennen Sie Petar Aleksandrov oder Marc Hodel? Natürlich, werden viele Aargauer Fussballfans antworten, Aleksandrov war doch der Topskorer zu den grossen Zeiten des FC Aarau und Hodel schaffte es vom FC Baden bis in die Nationalmannschaft.

Morgen Donnerstag stehen Stampfli und Fiechter ebenso im Aargauer Cupfinal wie Aleksandrov und Hodel – die zwei Frauenteams spielen um 10 Uhr auf dem Nebenplatz, die Senioren zur gleichen Uhrzeit im Stadion. Dass sich die Frauen diskriminiert fühlen, weil ihr Spiel nicht auf dem Hauptplatz angesetzt wurde, ist verständlich. Trotz gegenteiliger Beteuerung des Fussballverbands wird man den Eindruck nicht los, dass die prominenten Senioren einen gewissen Bonus geniessen.

Was auch immer der Grund für die Verbannung der Fussballerinnen auf den Nebenplatz sein mag: Sie löst Empörung aus und hat zu einem Facebook-Shitstorm geführt. Ändern lässt sich die unattraktive Ansetzung nicht mehr, doch die Frauen können Druck auf den Verband aufbauen. «Wir werden sehen, wer mehr Zuschauer hat – wir oder die Senioren», sagt der Trainer der Windischer Frauen. Das ist die richtige, sportliche Einstellung – letztlich entscheiden die Fussballfans, ob der Verband mit der Bevorzugung der Senioren richtig liegt.

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