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Frauen in Chefetagen: Es braucht jetzt mehr Flexibilität

Wenn es den Unternehmen mit der Geschlechterparität ernst ist, dann braucht es jetzt dringend neue, flexiblere Modelle, bei denen auch Karrieren nach 40 möglich sind.

Florence Vuichard
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Die Mehrheit der Frauen kommen in der Schweiz nicht über das unterste Management in einem Betrieb hinaus.

Die Mehrheit der Frauen kommen in der Schweiz nicht über das unterste Management in einem Betrieb hinaus.

Robert Kneschke

Jährlich treten rund 12'500 gut qualifizierte Frauen neu in den Arbeitsmarkt ein. Nur gerade magere 1,5 Prozent von ihnen werden es ganz an die Spitze schaffen, während bei ihren männlichen Kollegen die Wahrscheinlichkeit auf einen Topposten immerhin dreimal so hoch ist. Doch noch störender als diese Ungleichheit ist der Umstand, dass die Mehrheit dieser 12'500 Frauen nicht über das unterste Management hinauskommen wird.

Die Frauen bleiben dort stecken, weil die Weichen für eine weiterführende Karriere in der Schweizer Unternehmenswelt ausgerechnet in den Jahren gestellt werden, in denen sie familienbedingt kürzer treten – respektive kürzer treten müssen. Wer in diesen entscheidenden Jahren im Gerangel um den nächst höheren Managementposten nicht mitmacht, hat das Nachsehen. Und wird nicht mehr ernst genommen.

Natürlich könnten die Frauen etwas mehr Karrierewille zeigen, natürlich müssten die Männer etwas mehr tun für die Kindererziehung – und natürlich könnten zusätzliche und besser aufs Berufsleben abgestimmte Betreuungsangebote für Kinder helfen. Aber das alles genügt nicht, wie der Blick in die Chefetagen offenbart, die noch immer von Männern dominiert werden: Wenn es den Unternehmen mit der Geschlechterparität ernst ist, dann braucht es jetzt dringend neue, flexiblere Modelle, bei denen auch Karrieren nach 40 möglich sind. Damit wäre schon viel gewonnen.

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