Polemik
Kinderhaar statt Nazi-Schnitt

Wieder kommt der Trend vom Fussballplatz. Wir müssen uns auf Kinderfrisuren einstellen. Ja, Kinderfrisuren.

Benno Tuchschmid
Benno Tuchschmid
Drucken
Teilen
Fussballer-Frisuren

Fussballer-Frisuren

Keystone

Vor einigen Jahren war der Zweite Weltkrieg plötzlich wieder da. Über die grossen Fussballstadien Europas verbreitete er sich via Amateur-Bolzplätze in die Tiefe der Gesellschaft. Auf der Seite rasiert, oben lang, gewichst und akkurat gescheitelt. Junge Männer trugen Haarschnitte, die man nur noch aus Weltkriegs-Dokus kannte. Landser-Frisuren. Bizarr.

Nun zeichnet sich eine neue Entwicklung ab. Wieder kommt der Trend vom Fussballplatz. Wir müssen uns auf Kinderfrisuren einstellen. Ja, Kinderfrisuren. Einige erinnern sich: In den frühen 90er-Jahren brachten italienische Coiffeure Sternchen-Muster, andere geometrische Haar-Schablonen, Zöpfchen und allerlei gefärbte Fransen ins Land. Ihre Kreativitätsschübe liessen die Figaros an Kindern aus. Niemand schritt ein. Noch heute schämen sich viele beim Blick ins Familienalbum.

Die aktuelle Champions League zeigt: Heute scheren sich hoch bezahlte Profisportler freiwillig Sternchen ins Haar. Und flechten sich Zöpfchen ans Haupt. Bizarr. Aber ehrlich gesagt: lieber Kinderhaar als Nazi-Schnitt.

Aktuelle Nachrichten