Kommentar
Kim Jong Un zu Besuch in Freienwil

Der Besuch des türkischen Premiers Davutoglu im Trafo in Baden kostet den Steuerzahler ein Heidengeld. Ein Kommentar.

Martin Rupf
Martin Rupf
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Drinnen Jubel, draussen Chaos – dem Veranstalter dürfte der Polizeieinsatz teuer zu stehen kommen.

Drinnen Jubel, draussen Chaos – dem Veranstalter dürfte der Polizeieinsatz teuer zu stehen kommen.

KEYSTONE

Diesen Samstag feiere ich meinen 37. Geburtstag. Weil ich zusammen mit Kim Jong Un während zweier Jahre das gleiche Internat besucht habe und noch heute gut befreundet bin mit dem nordkoreanischen Machthaber, wird auch er meiner Einladung in den «Weissen Wind» in Freienwil folgen.

Dass dies den Steuerzahler eine ziemliche Stange Geld kosten und auch zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen wird, trübt die Vorfreude auf meine Party nicht.

Alles Fiktion? Natürlich. Weit weniger fiktiv waren hingegen die Szenen letzten Freitag in Baden, als der türkische Premier Ahmet Davutoglu im Kongress- und Businesszentrum Trafo seinen Anhängern seine Aufwartung machte. An diesem «Staatsbesuch» ist eigentlich nichts auszusetzen, auch wenn der Mann nicht unumstritten ist, wovon auch die vielen Demonstranten zeugten.

Wären da nicht die massiven Störungen im Feierabendverkehr und der Polizei-Grosseinsatz gewesen – geschätzte 100 Ordnungshüter standen im Einsatz. Können die Verkehrseinschränkungen noch als kleines Ärgernis abgetan werden, ist der Grosseinsatz beziehungsweise dessen Finanzierung absolut störend – ja man kann sagen unhaltbar.

Denn die Stippvisite Davutoglus dürfte den Steuerzahler an die 50 000 Franken gekostet haben; die Organisatoren der Propaganda-Party müssen keinen einzigen Rappen an die Kosten beisteuern.

«Völkerrechtlich geschützt» oder nicht: Es geht nicht an, dass die Öffentlichkeit für Sicherheitskosten einer privaten Veranstaltung aufkommen muss. Hier ist ein restriktiveres Vorgehen der Behörden nötig. Der Grundsatz wäre einfach: ohne Kostenbeteiligung keine Bewilligung.

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