Kommentar
Keine Tarifgeschenke an Gutverdienende

Roman Seiler
Roman Seiler
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Im Schnitt verdient ein Schweizer Arbeitnehmer rund 83 000 Franken im Jahr. (Symbolbild)

Im Schnitt verdient ein Schweizer Arbeitnehmer rund 83 000 Franken im Jahr. (Symbolbild)

Keystone

Nur zur Erinnerung: Im Schnitt verdient ein Schweizer Arbeitnehmer rund 83 000 Franken im Jahr. Ein frei praktizierender Arzt mehr als 200 000.

Das ist so weit auch recht so. Schliesslich kümmern sich die Weisskittel um unser wichtigstes Gut: die Gesundheit. Ärzte finden allerdings, dies dürfe nicht genug kosten. Also erhöhen sie unter anderem alljährlich die Menge ihrer ambulant erbrachten Behandlungen – auch unnötige. Das ist ein Grund, warum die Krankenkassenprämien alljährlich ansteigen.

Gesundheitsminister Alain Berset versucht, diesem Tun einen Riegel zu schieben: Er kürzte das Tarifmonster für ambulante Behandlungen von Ärzten und Spitälern um 470 Millionen Franken. Das soll den Prämienanstieg für 2018 um mehr als ein Prozentpunkt dämpfen. Doch so einfach lassen sich Ärzte und Spitäler das nicht gefallen. Diese Neuerungen in ihr Abrechnungssystem einfliessen zu lassen, dauere bis im Frühjahr, warnen ihre Verbandsvertreter. So lange wollen sie nach dem alten, höheren Tarif abrechnen.

Setzen sich Ärzte und Spitäler durch, kassieren sie gegen 120 Millionen Franken zu viel. Das zeigt, auf welch hohem Ross die Herren mit den Stethoskopen sitzen. Denn berappen soll die Zeche der Prämienzahler. Weh täte dies insbesondere Normalverdienenden mit Familien. Daher sind nun auch die Krankenversicherer gefordert: Sie müssen mittels Rechnungskontrollen dafür sorgen, dass Bersets Eingriff umgesetzt wird. Rappen für Rappen.