Geköpfte Katze
Keine Kuscheljustiz für Tierquäler

Tihomir Zivkovic fand am Montagmorgen vor seinem Haus in Wettingen seinen vierjährigen Kater Cesar tot auf – ohne Kopf und ohne Schwanz. Wer macht so etwas? Ein Kommentar.

Roman Huber
Roman Huber
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Tihomir Zivkovic zeigt, wo er Kater Cesar tot aufgefunden hatte.

Tihomir Zivkovic zeigt, wo er Kater Cesar tot aufgefunden hatte.

Roman Huber

Man braucht nicht mal ein «Tierlifründ» zu sein, um eine derartige Tat zu verurteilen. Leider wird solches zu wenig scharf und abschreckend bestraft.

Zuwiderhandlungen gegen den Tierschutz werden mit läppischen Geldstrafen abgegolten. Weil es in unserer Gesetzgebung auf Anklageseite keinen juristischen Vertreter der Tiere gibt (Tieranwalt), hat ein gewiefter Tierquäler-Verteidiger ein leichtes Spiel.

Dass die Zahl verfolgter Tierschutzdelikte abgenommen hat, verleitet zu einem Trugschluss, denn es gibt sie nicht weniger. Im Gegenteil: Es sind nicht nur Videos aus fernen Ländern, die uns übers Internet Tierquälereien vor Augen führen, als wäre das eine Freizeitbeschäftigung.

Vor unseren Türen wird eine Wildschwein-Familie per Offroader ausgelöscht, legen Hundehasser Giftköder – und nun der Katzenmörder von Wettingen.

Laut Wissenschaft und Gesetz sind Tiere fühlende Wesen. Tierquälerei ist weder Kavaliers- noch Bagatelldelikt und gehört hart bestraft.

Noch dies: Tierquälerei hat auch etwas Unheimliches an sich. Wozu ist ein solcher Mensch imstande, wenn er sich mit einem Mitmenschen verkracht?