Kommentar
Kantonsarchäologie ist unverdächtig

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Kantonsarchäologie ist unverdächtig. (Symbolbild)

Kantonsarchäologie ist unverdächtig. (Symbolbild)

Keystone/CHRISTIAN BEUTLER

Derzeit wird auf nationaler Ebene kontrovers über den Zivildienst debattiert. Diverse bürgerliche Politiker sind der Meinung, dieser sei zu attraktiv. Zu viele junge Männer würden nur aus Bequemlichkeit und nicht aus Gewissensgründen für den Zivil- und gegen den Militärdienst entscheiden. Auch Regierungsrätin Franziska Roth (SVP), seit Anfang Jahr Militärdirektorin im Aargau, steht dem Zivildienst kritisch gegenüber. Schon im Januar sagte sie, zu viele junge Männer würden diesen Weg wählen.

Roth dürfte sich gefreut haben über den kritischen Brief von Armeechef Philippe Rebord an die Aargauer Regierung. Dass der Armeechef die Werbung der Kantonsarchäologie für Zivildienst-Plätze kritisiert, erstaunt nicht. Rebord fürchtet um die Bestände der Armee und sieht sich mit sinkenden Rekrutenzahlen konfrontiert. Doch der Angriffspunkt des Armeechefs ist unglücklich gewählt.

Zwar verbietet das Gesetz ZivildienstEinsätze, wenn diese der eigenen Aus- und Weiterbildung dienen. Doch um Funde zu waschen und Objekte in der Sammlung einzulagern, muss man nicht Archäologie studiert haben. Oder umgekehrt: Einem Archäologie-Studenten bringt ein solcher Einsatz für sein Studium wenig. Zudem sind die Plätze, die seit einiger Zeit auf der Zivildienst-Plattform ausgeschrieben sind, nicht gerade begehrt. Wenn die Kantons-archäologie dank Werbung an Unis noch motivierte Zivis findet, wäre dies zu begrüssen. Bei einer Institution, der bei den letzten Sparrunden die Mittel gekürzt wurden, die aber einen öffentlichen Auftrag erfüllt, ist der Einsatz von Zivis sinnvoll.

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