Raiffeisenbank-Chef
Kantonalbanker sollen es richten

Heinz Huber, Geschäftsleiter der Thurgauer Kantonalbank (TKB), übernimmt bei Raiffeisen. Der Kommentar.

Thomas Griesser Kym
Thomas Griesser Kym
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Übernimmt bei Raiffeisen: Heinz Huber, bisher CEO der Thurgauer Kantonalbank.

Übernimmt bei Raiffeisen: Heinz Huber, bisher CEO der Thurgauer Kantonalbank.

Reto Martin

Ihn hat kaum jemand auf der Rechnung gehabt: Heinz Huber, Geschäftsleiter der Thurgauer Kantonalbank (TKB), wird neuer operativer Lenker von Raiffeisen. Damit wechselt Huber auf einen Chefsessel, der in der Schweiz seit Monaten unter Beobachtung steht wie kaum ein zweiter. Und das wird vorerst so bleiben. Denn zusammen mit dem neu formierten Verwaltungsrat unter Präsident Guy Lachappelle muss Huber die Bankengruppe reformieren.

Mit Huber übernimmt ein Banker das Steuer, der als umsichtig und teamfähig gilt. Einer, der so viel führt wie nötig und so viel delegiert wie möglich. Der Ruhe in die TKB gebracht hat, nachdem diese mit Hubers Vorgängern die falschen Chefs installiert hatte.

Die Kultur – das ist auch ein wichtiges Thema bei Raiffeisen. Huber und Lachappelle kennen sich beruflich gut, war doch Lachappelle bis vor kurzem Chef der Basler Kantonalbank. Einige bei der Genossenschaftsbank werden die Nase rümpfen und murren: Jetzt übernehmen bei uns zwei Kantonalbanker. Diese müssen das Kunststück vollbringen, eine neue Ära bei Raiffeisen einzuleiten, ohne deren DNA zu ramponieren.

Die Öffentlichkeit wird Lachappelles und Hubers Entscheide, ihr Auftreten und ihre Kommunikation genau verfolgen. Dabei ist klar: Von Weinfelden nach St. Gallen ist es ein kleiner Schritt. Vom Sessel einer mittelgrossen Kantonalbank aber, die ausserhalb der Ostschweiz kaum auffällt, auf jenen der drittgrössten Bank des Landes, die strukturell ein neues Fundament und eine Reparatur ihres Rufs braucht, ist es ein riesiger Schritt.