Kommentar
Kandidatenflut hat auch Vorteile

Schon heute stehen acht Kandidaturen für den Ständerat fest, bis zum Ablauf der Anmeldefrist könnte sich das Feld noch vergrössern. Realistische Chancen auf den Einzug ins «Stöckli» haben im Aargau aber nur vier Kandidaten. Ein Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Philipp Müller wird als einer der Favoriten gehandelt.

Philipp Müller wird als einer der Favoriten gehandelt.

Aargauer Zeitung

Die bisherige SP-Ständerätin Pascale Bruderer dürfte wiedergewählt werden, dahinter zeichnet sich ein Dreikampf zwischen Ruth Humbel (CVP), Hansjörg Knecht (SVP) und dem gestern nominierten Philipp Müller (FDP) um den zweiten Sitz ab.

Chancenlos sind hingegen Irène Kälin (Grüne), Bernhard Guhl (BDP), Beat Flach (GLP) und Lilian Studer (EVP). Das ist ihnen auch bewusst: Kälin sagte in einem Interview, ihre Wahlchancen tendierten gegen null, Flach kürzlich bei Giacobbo/Müller, damit er gewählt werde, müsse der Blitz einschlagen und ein Hochwasser kommen.

Müsste unter diesen Umständen die Kandidatenflut eingedämmt werden, wie es Ruth Humbel vor vier Jahren forderte, als sie ein Verbot von Doppelkandidaturen für National- und Ständerat anregte?

Humbel hat diese Frage selber beantwortet: Heute kandidiert sie für beide Kammern des Parlaments. Dies tun ausser Pascale Bruderer alle Kandidaten – und das hat auch Vorteile für die Wählerschaft.

Wer seine Wahl nicht nach parteipolitischen Kriterien trifft, sondern die Persönlichkeit der Kandidaten höher gewichtet, hat so eine grössere Auswahl. Zudem sprechen Kandidaten aus verschiedenen Parteien breitere Bevölkerungskreise an – dies dürfte tendenziell die Wahlbeteiligung erhöhen. Und die vielen Kandidaten zeigen auch, dass die Demokratie im Aargau lebt.