Donald Trump
Kampfzone Öffentlichkeit

Donald Trump hat als Präsident die Wendung zum Politiker nicht gemacht. Das verwirrt viele.

Christoph Bopp
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US-Präsident Donald Trump.

US-Präsident Donald Trump.

Keystone/Pool AP/J. SCOTT APPLEWHITE

Sortieren wir doch mal sauber, was wir in der Demokratie haben: Wir haben die Politik, wo verwaltet und entschieden wird. Und wir haben die Medien, wo beobachtet wird, was die Politik macht. Zusätzlich sind die Medien zuständig, dass eine Basis an Information zur Verfügung steht, damit die Bürger eine Entscheidung treffen können. Denn wir leben nicht mehr in einem Stadtstaat, wo man in persönlichen Gesprächen sich über das Wesentliche klar werden kann. Sondern unsere Öffentlichkeit ist eine medial vermittelte. Kann nur eine solche sein.

Das war einmal. Zwei Veränderungen sind wichtig: Medien sind auch zur Bühne geworden, wo sich die Politiker inszenieren und zeigen. Und die traditionellen Medien stehen unter Druck. Das führt dazu, dass Politiker um die Medienpräsenz konkurrieren. Während die Medien immer härter um Leser und Nutzer konkurrieren. Das hat das Verhalten beider nachhaltig verändert.

Bisher hat man sich darauf verlassen, dass die Konkurrenzsituation zwischen den Medien einigermassen zuverlässig dafür sorgt, dass die Öffentlichkeit auch zuverlässig informiert wird. Das wird von Politikern (nicht nur amerikanischen) in Frage gestellt. Sie haben die Medien zur Kampfzone erklärt. US-Präsident Trump sagt, er befinde sich «im Krieg mit den Medien». Jetzt zählt nicht mehr, was veröffentlicht wird – hier galt noch die traditionelle Orientierung an Fakten und Logik; sondern wer sich durchsetzt in einem Kampf um die Köpfe der Leute. Was dabei den Ausschlag gibt, ist nicht recht klar. Aber es dürfte nicht die Wahrheit des Gesagten sein.

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