Kommentar
Kaminfeger-Monopol: Das heutige System ist aus der Zeit gefallen

Warum soll man ein für alle Seiten bequemes System änder? Die Antwort liefern 13 Kanton, wo das Prinzip der Wahlfreiheit funktioniert.

Mathias Küng
Mathias Küng
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Das Kaminfeger-Monopol ist nicht mehr zeitgemäss.

Das Kaminfeger-Monopol ist nicht mehr zeitgemäss.

AZ

Die heutige Situation ist für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sowie für die Kaminfeger bequem: Kaminfeger haben ein örtliches Monopol, die Gemeinde setzt den Tarif fest, und alle Anlagen werden sicher kontrolliert. Aber man kann den Kaminfeger nicht selbst wählen. Und die Kaminfeger haben keine Möglichkeit zur betrieblichen Entwicklung.

Doch das System funktioniert. Warum also soll man es umkrempeln? Warum haben es 13 Kantone abgeschafft oder nie eingeführt und gilt dort Wahlfreiheit für die Eigentümer? Zum einen nimmt die traditionelle Arbeit der Kaminfeger ab, weil die Feuerungsanlagen zunehmend standardisiert sind, neuere Öl- und Gasheizungen weniger verschmutzt sind und sicherer werden. Zum andern gibt es neue Systeme wie Wärmepumpen.

Deshalb setzt bereits die seit 2015 gültige Brandschutzrichtlinie im Aargau auf Eigenverantwortung. Sie verpflichtet die Eigentümer, die Qualitätssicherung im Brandschutz sicherzustellen. Angesichts dieser Entwicklung wirkt das Kaminfeger-Monopol wie aus der Zeit gefallen.

Jetzt sollen die Eigentümer auch selber verantwortlich sein, dass ihre Feuerungsanlage im nötigen Intervall kontrolliert und gereinigt wird. Die Abkehr vom Monopol bringt den Kaminfegern neue Möglichkeiten und gibt den Eigentümern neue Freiheit, aber auch zusätzliche Verantwortung. Beide können damit umgehen. Es funktioniert, wie andere Kantone zeigen.