Kommentar
Jekami Regierungsrat – nehmt die Wahlen etwas ernster!

Rolf Cavalli
Rolf Cavalli
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Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf.

Mia Jenni, Ariane Müller und Mia Gujer: Dieses Trio zieht für die Juso in den Regierungsrats-Wahlkampf.

ZVG

Aus dem Kandidatenkarussell für die Regierungsratswahlen im Kanton Aargau ist ein wahres Tohuwabohu an Kandidaten und Kandidatinnen geworden. Heute Freitag endet die Anmeldefrist.
14 Personen haben das Formular bisher ausgefüllt, vielleicht sind es am Schluss des Tages gar noch mehr.

Ja, jeder kann mitmachen bei Regierungsratswahlen. Paragraph 69 der Kantonsverfassung garantiert: «In den Regierungsrat sind die Stimmberechtigten des Kantons wählbar.» Was auf den ersten Blick wie das Ausüben des demokratischen Grundrechts aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen aber als unseriöses Jekami.

Bereits vor zwei Wochen wurde die Kandidatur von GLP-Politikerin Ruth Jo. Scheier als aussichtslos bis kontraproduktiv kritisiert. Doch im Lichte der gestern bekannt gewordenen Kandidaturen von drei Juso-Mitgliedern und einer parteilosen Transsexuellen erscheint die GLP-Kandidatin geradezu hochkarätig.

«Die Notwendigkeit neuer Kandidaten» hatte die az gefordert, damit Wählerinnen und Wähler eine echte Auswahl für die Nachfolge von Susanne Hochuli haben. Das Duell Yvonne Feri (SP)
gegen Franziska Roth (SVP) erfüllt dies. Zusätzlich reden Maya Bally (BDP) und Robert Obrist (Grüne) als seriöse Aussenseiter mit.

Andere Kandidatinnen sind nicht ernst zu nehmen. Sie nutzen die Wahlplattform zur Selbstprofilierung oder bringen wie im Fall der Juso nur die Kandidatin der Mutterpartei in Verlegenheit.

Wie sollen die Stimmberechtigten Wahlen ernst nehmen, wenn Politikerinnen und Politiker selber aus Jux und Tollerei antreten?