Polemik
Italia – lass diesen Mist doch bleiben

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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500-Euro-Scheine: Gegen Ende 2018 sollen sie abgeschafft werden. (Archivbild)

500-Euro-Scheine: Gegen Ende 2018 sollen sie abgeschafft werden. (Archivbild)

Keystone/APA/BARBARA GINDL

Ein Gratis-Tipp gleich zu Beginn. Reisen Sie nie mit einer 500-Euro-Note nach Italien. Sie könnten ebenso gut ohne Geld losziehen. Mit einem 500er in einem Geschäft oder Restaurant zu bezahlen, ist schwieriger, als dieses auszurauben. Und eine Bank zu finden, die den 500er kleiner macht, ist wie Lotto spielen – reine Glücksache.

Nun, letzte Woche in Venedig. Nachdem wir bei drei Banken abgeblitzt sind – die Rettung. Banca d’Italia. Ein prächtiger Bau. Bei der Rialto-Brücke. Kein Kunde in der Halle, dafür alle paar Meter ein Carabiniere. Gewiss können wir 500er wechseln, sagt die Frau hinter der Glasscheibe. Doch erst mal Beruf, Geburtsort, Herkunft des Geldes, Name der Kinder, Aufenthaltsort in Venedig und, und, und. Ziemlich viele Infos, allein um eine 500er in 50er zu wechseln. Wegen Terrorgefahr und Schwarzgeld, sagt die Frau und zieht einen Kollegen zu, der ihr bei der ganzen Prozedur behilflich ist. Nach 25 Minuten und einer Unterschrift unter ein mehrseitiges Dokument haben wir, was wir wollen. Und Italien hat ein weiteres Bündel Papier, das ungesehen in einem Schrank vergilbt.