Alpiq-Wasserkraftwerke
Investoren gäbe es genug

Der Energiekonzern Alpiq legt den geplanten Verkauf von Wasserkraftwerken auf Eis. Er fand keine Käufer, welche bereit waren, das Risiko zu tragen. Der Kommentar.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin verkauft die Wasserkraftwerke nun doch nicht.

Alpiq-Chefin Jasmin Staiblin verkauft die Wasserkraftwerke nun doch nicht.

KEYSTONE/URS FLUEELER

Die Idee war verwegen, hatte von Anfang an einen Haken. Im März 2016 verkündete der von Jasmin Staiblin geführte Energiedienstleister Alpiq, dass man bereit sei, bis zu 49 Prozent des Wasserkraftportfolios an Investoren zu verkaufen. Alpiq wollte so die Abhängigkeit von den Strompreisen reduzieren. Kritiker fragten sich schon damals: Wenn die Alpiq-Aktionäre schon nicht bereit wären, die Risiken zu tragen, wieso sollen es dann Dritte sein?

Nun wurde das Projekt nicht ganz überraschend gestoppt. Die Übung hinterlässt einen schalen Beigeschmack. Denn es wirkt nachträglich wie ein politisches Druckmittel. Das seine Wirkung nicht verfehlte: Unter dem Druck des Teilausstiegs von Alpiq aus der Wasserkraft hat die Politik reagiert und der Förderung der Wasserkraft zugestimmt. Unter dem Druck von Alpiq sind nun auch die Gebirgskantone bereit, über die Wasserzinsen zu diskutieren. Etwas, das sie zuvor noch kategorisch abgelehnt hatten. Eine Senkung der Wasserzinsen würde die Alpiq-Rechnung entlasten.

Es bleibt also, die künftige Rolle des Bundes in dieser Sache zu definieren. Soll er, ähnlich wie bei der Rettung von Banken, die defizitären Bereiche in einer «Bad Bank» übernehmen? Und was passiert mit der Alpiq, die ja immer noch einen riesigen Schuldenberg vor sich hinträgt. Vielleicht muss das Projekt ganz neu aufgegleist werden. Hier könnte der Bund eine vermittelnde Rolle spielen. Denn Interessenten, die in Infrastrukturprojekte investieren wollen, gibt es. Etwa bei den grossen Pensionskassen oder Lebensversicherungen. Doch deren Hände sind gebunden, da sie nicht direkt investieren dürfen.