Eritreer im Aargau
Integration geht nur über die Arbeit

Eritrea: Niemand stellt in der Schweiz und im Aargau mehr Asylsuchende als das kleine ostafrikanische Land. Niemand, so heisst es, sei so schwierig integrierbar, niemand habe mehr Sozialhilfebezüger, mehr Analphabeten.

Mario Fuchs
Mario Fuchs
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Asylbewerber aus Eritrea ein einem Schweizer Durchgangszentrum.

Asylbewerber aus Eritrea ein einem Schweizer Durchgangszentrum.

Keystone

2191 Eritreer leben aktuell im Aargau. Knapp die Hälfte dürfte arbeiten – hat aber keine Stelle. Die Statistik zeigts: Die Erwerbsquote liegt bei den Eritreern unter 20 Prozent. Wollen Eritreer also nicht arbeiten? Oder wollen sie, aber niemand stellt sie ein? Klar ist: Nach der Sprache ist Arbeit der beste Weg, sich zu integrieren. Ein Flüchtling hat so einen geregelten Tagesablauf, kann sein Deutsch trainieren und neue Kontakte knüpfen. Er merkt, dass er gebraucht wird, erhält im besten Fall Lob, kann sich von Gedanken an die Misere in der Heimat ablenken.

Im vergangenen Sommer forderte Regierungsrätin Susanne Hochuli mehr Geld für die Integration der Eritreer – da sonst die meisten in der Sozialhilfe landen würden. Jetzt reiste sie selbst ins Land und fordert, dass sich die Schweiz stärker in der Entwicklungshilfe vor Ort engagieren müsse. Der Gedanke dahinter: Je besser es dem Land dereinst geht, desto weniger werden flüchten.

Der Weg dahin ist aber noch lang. Und die, die schon geflüchtet sind, bleiben ebenfalls noch lange in der Schweiz. Hochuli hat schon recht, wenn sie eine bessere Integration fordert. Doch mit öffentlichen Geldern allein ist es nicht getan. Die Wirtschaft muss mit Einstiegsjobs Hand bieten. Sie hätte davon mehr, als steigende Sozialkosten mitzutragen.

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