Verunsicherung
Ich, die Terroristin

Dagmar Heuberger
Dagmar Heuberger
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«Den Islamisten passen solche Wirrköpfe – wie der Amok-Läufer von Würzburg – hervorragend ins Konzept: Sie steigern die Verunsicherung der Bevölkerung und sorgen dafür, dass der IS in den Schlagzeilen bleibt.» (Archivbild)

«Den Islamisten passen solche Wirrköpfe – wie der Amok-Läufer von Würzburg – hervorragend ins Konzept: Sie steigern die Verunsicherung der Bevölkerung und sorgen dafür, dass der IS in den Schlagzeilen bleibt.» (Archivbild)

Keystone

Die Buchstaben «IRA» auf jedes Heft gemalt, den Song «A Nation once again» in der Dauerschleife: Das waren die ständigen Begleiter meiner Schulzeit. Ich identifizierte mich mit dem Ziel der Irisch-Republikanischen Armee, der Vereinigung Nordirlands und Irlands zur Irischen Republik.

Dumm für die IRA, dass sie nichts von meiner Begeisterung wusste. Sie hätte mich bestimmt in ihre Sympathisanten-Liste aufgenommen. War ich deswegen eine Terroristin? Nein. Es war einfach eine romantische Teenie-Schwärmerei.

Von den brutalen Methoden der IRA wusste ich in meiner Naivität nichts. Und natürlich hätte ich niemals selber zur Waffe gegriffen, um für meine Idole zu kämpfen. Aber heute liefe ich wohl Gefahr, des Terrorismus verdächtigt zu werden.

Denn inzwischen ist jeder Jugendliche, der im stillen Kämmerlein ein IS-Fähnchen malt, ein Islamist. Ist er dann noch krank im Kopf und geht mit einer Axt auf Zugpassagiere los, erklärt die Terror-Miliz garantiert, es habe sich um einen ihrer «Kämpfer» gehandelt.

Den Islamisten passen solche Wirrköpfe hervorragend ins Konzept: Sie steigern die Verunsicherung der Bevölkerung («wo ist man denn heute noch sicher?») und sorgen dafür, dass der IS in den Schlagzeilen bleibt. Und sei es nur, weil irgendwo in der bayerischen Pampa ein Asylsuchender durchdreht.