FC Aarau
Hooligan-Problem: Videokameras statt Hilfssheriffs

Der FC Aarau spannt beim Kampf gegen Hooligans mit der Polizei zusammen. Chaoten sollen künftig konsequent identifiziert und bestraft werden – auch mit der Hilfe der Fussballfans. Ein Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
Drucken
Teilen
Basler Hooligans (vorne) gegen Aarauer Chaoten im Brügglifeld am 15. Mai 2014.

Basler Hooligans (vorne) gegen Aarauer Chaoten im Brügglifeld am 15. Mai 2014.

Keystone

Dass der FC Aarau im Kampf gegen Hooligans und gewaltbereite Fans stärker mit der Kantonspolizei zusammenarbeitet, ist richtig. Szenen wie nach dem Heimspiel gegen den FC Basel im vergangenen Mai, als vermummte Hooligans das Feld stürmten und sich wüste Schlägereien lieferten, dürfen sich nicht wiederholen.

Doch die Fangewalt geht nicht nur von Anhängern der Gastmannschaften aus. Deshalb ist die Aktion für den FCA eine Gratwanderung. Einerseits muss der Club im Brügglifeld für Sicherheit sorgen. Andererseits will er die eingefleischten Fans nicht vergraulen, die bei jedem Spiel dabei sind und ihr Team bedingungslos unterstützen.

Dass der Club eine harte Linie gegen Krawallmacher und sogenannte Fans fährt, die verbotene Pyros zünden, ist dennoch richtig. Falsch ist hingegen der Aufruf an die Zuschauer, im Stadion die Fans zu filmen und die Aufnahmen der Polizei zur Verfügung zu stellen. Wenn ein Zuschauer zufällig eine heikle Szene gefilmt oder fotografiert hat, ist nichts dagegen einzuwenden, dass sein Material bei Ermittlungen verwendet wird. Aber es darf nicht sein, dass sich Matchbesucher als Hilfssheriffs betätigen.

Andererseits wäre es naiv, darauf zu hoffen, dass sich die «echten» Fans von den Hooligans distanzieren und diese keinen Platz mehr im Stadion haben. Um dies zu erreichen, müssen die Chaoten identifiziert und bestraft werden – aber nicht von übereifrigen Matchbesuchern mit der Handykamera, sondern von der Polizei. Sinnvoller als der Aufruf zum Filmen von Hooligans wäre die Aufrüstung der Videoüberwachung.

Aktuelle Nachrichten