Kommentar
Gut neu aufgegleist

Die Besorgnis und die Verärgerung der Wynentaler über das Bauprojekt Böhlerknoten war gross – nun wurde die Variante T-Knoten geprüft.

Urs Helbling
Urs Helbling
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Das ursprüngliche Projekt Böhlerknoten mit Kreisel und Schranken stiess auf grossen Widerstand.

Das ursprüngliche Projekt Böhlerknoten mit Kreisel und Schranken stiess auf grossen Widerstand.

Rahel Plüss

Darum geht es: Verhasster Böhler-Kreisel steht vor dem Aus – diese Variante ist nun wieder im Spiel

Ist der gordische Knoten bei der WSB-Eigentrassierung Unterkulm durchschlagen? Es sieht ganz danach aus, als ob mit dem T-Knoten eine Lösung gefunden wird, mit der am Schluss alle leben können. Der Gemeinderat, weil er selber und dank des Rückenwinds der Einsprachen so viel Druck machen konnte, dass der Kanton nochmals über die Bücher musste. Der Kanton, weil die T-Variante – wenn überhaupt – nur unwesentlich schlechter ist, als der bisher favorisierte Kreisel. Die WSB, weil sie – so oder so – eine sichere Traversierung des Böhler-Knotens erhält.

Der grosse Gewinner aber ist das ganze Wynental: Mit der T-Lösung wird die freie Fahrt – soweit möglich – gewährleistet. Es wird kein künstliches Hindernis geschaffen. Barrieren gibt es nur für diejenigen, die von der Böhlerstrasse kommen oder in sie abbiegen. Und genau da, bei den Abbiegespuren, gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Wer weiss, was für Möglichkeiten sich den Planern zusätzlich bieten werden, wenn die heilige Kuh der denkmalgeschützten Kirchenmauer geschlachtet und die Frage der Notwendigkeit einer kleinen Tankstelle mitten im Dorf unvoreingenommen angegangen wird.

Der Kanton gibt zu, dass er den potenziellen Widerstand gegen den Böhlerkreisel mit den Barrieren unterschätzt hat. Es ist seinen Planern zu Gute zu halten, dass sie schnell auf die veränderten Voraussetzungen reagiert haben. Auch wenn es jetzt ein Jahr länger dauert, bis die letzte Strecke im Wynental eigentrassiert werden kann, sind die Monate seit dem Volksaufstand Ende 2017 nicht verloren. Im Gegenteil: Sie sind die Voraussetzung dafür, dass eine Lösung gefunden werden kann, der weite Kreise der Bevölkerung zustimmen können, die mehrheitsfähig ist.

Nur die allergrössten Utopisten hoffen auf eine Tunnellösung. Irgendwann werden sie begreifen, dass Unterkulm für eine Schmalspur-Metro zu klein ist. Spätestens dann, wenn die T-Variante realisiert ist – was auch noch mindestens sechs Jahre dauern wird.

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