Tourismus
Grenzen des Wachstums

Daniel Zulauf
Daniel Zulauf
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Japanische Touristen an einem Schweizer Bahnhof (Symbolbild)

Japanische Touristen an einem Schweizer Bahnhof (Symbolbild)

Keystone

Land ist wichtiger für die Schweizer Tourismusindustrie als jeder andere Produktionsfaktor. Der viel beklagte Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften in der Hotellerie ist im Vergleich zum Knappheitsproblem des Bodens geradezu eine Lappalie.

Als die Engländer im 19. Jahrhundert begannen, die Schweiz zu bereisen, fanden sie Berge und Täler vor, die es zu entdecken galt. Zwar war die damalige Bergwelt teilweise dichter bevölkert, als sie es heute ist, doch die nahezu städtischen Strukturen, wie sie die Touristen inzwischen in vielen hiesigen Destinationen antreffen, gab es damals nicht. Die Schweiz und ihre vorwiegend armen Einwohner boten den wohlhabenden Besuchern aus dem britischen Weltreich jenen Hauch von Exotik, den wir Schweizer auf unseren Auslandreisen heute selber suchen.

Quantitatives Wachstum ist in dieser Schweiz kaum mehr möglich. Deshalb kann auch für den Tourismus die Antwort nur Qualität bedeuten. Doch auch dieser Weg ist schwierig. Die Tourismusdestination Schweiz ist kein homogenes Grossunternehmen, sondern eine Ansammlung von vielen Kleinbetrieben. Die Umsetzung einer gemeinsamen Qualitätsstrategie ist unter diesen Bedingungen kaum möglich. Es wird lange gehen, bis das moderne Image, von dem die helvetischen Berufstouristiker gerne reden, zur Realität für die Mehrheit der Besucher wird. Viele werden es deshalb auch in Zukunft vorziehen, andere Destinationen zu bereisen, wo es keine alten Strukturen gab und modernste Anlagen auf der grünen Wiese den Bedarf nach Luxus decken.

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