Apropos
Gedankenspiele um den FC Aarau im Abstiegskampf

Nach dem misslungenen Saisonstart des FC Aarau in die Challenge League werden Stimmen laut, die sich um den Klub Sorgen machen. Doch ein Abstieg des Traditionsklubs in die Promotion League hätte auch seine guten Seiten.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Der FCA ist vom Saisonstart arg gezeichnet (im Bild Sven Lüscher, nachdem er einen Tritt ins Gesicht kassiert hat)

Der FCA ist vom Saisonstart arg gezeichnet (im Bild Sven Lüscher, nachdem er einen Tritt ins Gesicht kassiert hat)

Keystone

Am Tag nach dem 1:2 gegen Winterthur bekam ich einige Mails von besorgten Fans des FC Aarau. Für sie ist klar, dass das Team mit solchen Leistungen Ende Saison in die Promotion League absteigen wird. Ich beruhigte sie und schrieb, dass die Saison noch lange dauere. In den verbleibenden 31 Spielen könne man noch 93 Punkte holen. Ich sei überzeugt davon, dass sich der FC Aarau steigern wird und gut genug ist, um einen Platz im Mittelfeld zu erreichen.

Als FCA-Schreibender dieser Zeitung erachte ich es als meine Pflicht, bei den Aarauer Anhängern in schwierigen Zeiten Seelenmassage zu betreiben und Aufbauarbeit zu leisten. Natürlich habe ich mir in den vergangenen Tagen auch Gedanken über die Zukunft des FC Aarau gemacht. Und bin zu folgendem Schluss gekommen: Der Abstieg in die Promotion League hätte auch Vorteile.

1. Der FC Aarau würde wieder auf den FC Zürich, den FC Basel, Sion und St. Gallen treffen. Allerdings nur auf die U21-Teams dieser Spitzenklubs.

2. Der FC Aarau könnte in den nächsten Jahren weiterhin im Brügglifeld spielen. Die Infrastruktur ist für die dritthöchste Spielklasse absolut tauglich.

3. Der FC Aarau könnte auf Halbprofibetrieb umstellen und vermehrt Talente aus dem Team Aargau einsetzen statt mittelmässige Ausländer verpflichten, die sich zudem nicht mit dem Verein identifizieren.

4. Der FC Aarau müsste weniger Geld für die Sicherheit aufwenden. Grossaufgebote an Polizisten und scharfen Hunden wären nicht mehr nötig.

5. Der FCA müsste weniger Kassen öffnen. Spiele gegen Teams wie Rapperswil-Jona und Stade Nyonnais locken nicht mehr als 2000 Fans an.

6. Der FC Aarau hätte mit Sicherheit bis und mit dem Schlusspfiff genug Würste (neben, nicht auf dem Platz). Das war zuletzt nicht immer der Fall.

An alle besorgten Aarau-Fans: Schauen Sie der Zukunft entspannt entgegen!