Apropos
Früher war das irgendwie einfacher

Mario Fuchs
Mario Fuchs
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Überforderung am Bancomaten – kennen Sie das auch?

Überforderung am Bancomaten – kennen Sie das auch?

Keystone

Wir stehen vor den Bancomaten. Sie vor dem linken, ich vor dem rechten. Sie erinnert mich an mein Grosi (Gott hab dich selig). Nicht in der Art, wie sie gekleidet ist – mein Grosi war eine Frau vom Land –, sondern in der Art, wie sie mit dem Automaten spricht: «Du bisch doch en Habasch!», «Das isch doch es Löölizüüg!», «Dä Cheib macht wieder ned, was er sett!» Klassischer Fall automatischer Seniorenüberforderung, denke ich, tippe die 140 Franken ein, die ich will.

Da fragt mich die Bank, ob ich ihren Vorschlag annehmen oder die Stückelung selber wählen will. Es muss der von Grosi vererbte Nachkriegsreflex sein, selber zu wählen, wenn sie einen schon mal wählen lassen. Die Bank: Welche Noten dürfen es sein? Ich weiss es so wenig, wie ich nicht begreife, wie man welche Note anwählt.

«Gälled Sie, do chunnt ke Mönsch meh drus!», kommentiert es von hinten. Eine weitere Dame, noch längst nicht im Grosialter, steht an. Nach zwei Kartenauswürfen (zu lange gebraucht) und drei Versuchen (falsche Tasten gedrückt) züngeln meine 140 Franken doch noch aus der Maschine.

Dann erkläre ich mit meiner gleichaltrigen Kollegin dem Grosi am linken Automaten Knopf für Knopf, wie der Cheib macht, was er sollte. Und wir sind uns zu viert alle einig: Früher war das irgendwie einfacher.