Kommentar
Fluglärm im Aargau: Höchste Zeit für eine Trendumkehr

Mathias Küng
Mathias Küng
Drucken
Teilen
Die neuste kantonale Auswertung für die Fluglärmbelastung im Aargau zeigt, dass sich die Zahl der Fluglärmereignisse laut Messungen in Bellikon zwischen 2009 und 2017 spätabends zwischen 22 und 23 Uhr mehr als verdoppelt hat.

Die neuste kantonale Auswertung für die Fluglärmbelastung im Aargau zeigt, dass sich die Zahl der Fluglärmereignisse laut Messungen in Bellikon zwischen 2009 und 2017 spätabends zwischen 22 und 23 Uhr mehr als verdoppelt hat.

KEYSTONE/WALTER BIERI

Der Flughafen Zürich-Kloten ist eine wichtige internationale Verkehrsdrehscheibe. Auch der Aargau profitiert davon. Deshalb hat auch er ein grosses Interesse am Gedeihen des Flughafens. Dieser hat aber wie andere Flughäfen auch ein substanzielles Lärmproblem. Ziel muss sein, dass möglichst wenig Menschen möglichst wenig davon betroffen sind.

Leider können Tausende im Ostaargau, besonders im Limmattal und auf dem Mutschellen, ein Lied davon singen. Da muss es aufrütteln, wenn Messungen in Bellikon zeigen, dass sich die Zahl der Lärmbelastungen in der heiklen Zeit zwischen 22 und 23 Uhr seit 2009 mehr als verdoppelt hat.

Diese Belastung ist für die dort wohnenden Menschen unzumutbar. Sie muss wieder sinken. Anzuerkennen ist, dass sich der Flughafen sehr bemüht, die für viele spätabendliche Belastungen verantwortlichen Verspätungen auszumerzen. Das reicht aber nicht. Frühere Starts gerade von besonders lärmigen Maschinen könnten helfen. Diese und weitere Massnahmen sowie weniger laute Maschinen müssen zusammen die Belastung auch im Aargau senken.

Eine Verbesserung zeichnet sich ab. Das schönste Reglement nützt aber nichts, wenn es – wie das geltende –, nicht eingehalten wird. Darum ist zentral, dass sich der Aargau weiter eine eigene Messstation und eigene Controllings leistet, um rechtzeitig alarmieren, Überschreitungen belegen und seine Verhandlungsposition verbessern zu können. Damit die Menschen auch im Ostaargau endlich wieder besser schlafen können.

Aktuelle Nachrichten