Fleischskandal
Fleisch kann Ihre Gesundheit gefährden

Metzger des Badener Manor haben jahrelang Fleisch falsch etikettiert - nach zwei Jahren ist der Betrugsfall aufgeflogen. Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Während Jahren wurde abgelaufenes Fleisch neu datiert. (Symbolbild)

Während Jahren wurde abgelaufenes Fleisch neu datiert. (Symbolbild)

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Mit dem Slogan «Schweizer Fleisch – der feine Unterschied» wirbt Proviande, die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft. Um das Image von Wurst, Kotelett, Schnitzel und Co. zu verbessern, setzt die Organisation auf TV-Spots mit regionalen Produzenten. Sandra Flückiger, eine Rinderzüchterin aus Utzigen, und Cédric Junod, ein Westschweizer Metzger, treten dabei als sympathische Werbeträger für Schweizer Fleisch auf.

Man folge damit «dem Credo nach mehr Transparenz», heisst es bei Proviande. Das ist löblich – doch die Imagewerbung bringt wenig, wenn Betrugsfälle wie jener bei Manor in Baden vorkommen. Ganz offenbar haben dort einige Mitarbeiter nicht verstanden, dass gerade im Lebensmittelhandel das Vertrauen der Kundschaft entscheidend wichtig ist. Noch ist über den Fleischbetrug in Baden wenig bekannt: Wie kam der Fall ans Licht? Wie haben die Mitarbeiter vom Betrug profitiert? Oder: Weshalb flog ihr Verhalten nicht früher auf?

Aktiv wurden die Ermittler erst nach einer Anzeige. Wer sie eingereicht hat, ist unbekannt. Offenbar stammt sie jedoch nicht von Manor selber. Die Firma hat ihre Mitarbeiter entlassen, als der Fleischbetrug vor zwei Jahren intern aufflog. Doch die Behörden wurden nicht informiert. Dass sich Manor auf den Standpunkt stellt, man habe nichts mit dem Verfahren zu tun, ist fragwürdig. Dass konventionelles Fleisch als teures Biofleisch verkauft wurde, ist Betrug am Käufer. Doch es geht nicht nur ums Portemonnaie: Wird das Ablaufdatum bei Fleisch gefälscht, kann dies für Konsumenten gesundheitsgefährdend sein.