Baden
Finanzspritze fürs Museum: Der Geschichte verpflichtet

Das Historische Museum in Baden soll eine Finanzspritze von 1,9 Millionen erhalten. Der Entscheid liegt nun beim Einwohnerrat. Ein Kommentar.

Roman Huber
Roman Huber
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Historisches Museum: Eine Dauerausstellung wird abgebaut. (Symbolbild)

Historisches Museum: Eine Dauerausstellung wird abgebaut. (Symbolbild)

Alex Spichale

Mit der Sonderausstellung «Frieden verhandeln – Baden als Zentrum der europäischen Friedensdiplomatie 1714» hat das Historische Museum sogar europaweit auf sich aufmerksam gemacht. Und die Stadt, in der dieses Museum steht, hat ausserdem eine römische Vergangenheit, eine über 2000-jährige Bädergeschichte, ist sowohl bahn- als auch industriehistorisch von nationaler Bedeutung. Es ist also müssig darüber zu diskutieren, ob Baden ein solches Museum braucht oder nicht. Die Stadt ist der Geschichte verpflichtet, und der Einwohnerrat wird sich dessen bei seinem Entscheid hoffentlich bewusst sein.

Einen solchen Ort muss man pflegen und dann und wann à jour bringen. Vor 23 Jahren erhielt die Stadt den «Melonenschnitz» als Museum neben dem Landvogteischloss. Über weitere Nutzungen, die dieses Hauses noch attraktiver und darüber hinaus rentabler machen würden, hatte man damals zu wenig nachgedacht. Insofern ist es richtig, dass nun die nötigen baulichen Massnahmen getroffen werden, dass die Dauerausstellung den neusten Stand der Digitalisierung bei der Vermittlung von Geschichtsstoff aufweisen soll.

Inhaltlich überzeugt die «Museumsvorlage» rundum; sie zeigt die Handschrift der Kulturabteilung. Das hätte sich der Einwohnerrat auch von der Kostenaufstellung gewünscht. Dass hier aber erneut ein Kredit fast doppelt so hoch zu stehen kommt, als ursprünglich angenommen, hat sich diesmal der Einwohnerrat mit seinen Begehrlichkeiten weitgehend selber zuzuschreiben.