Kolumne
Ferienheim im ehemaligen Autobahnwerkhof in Frick

René Picard über die neue Asylunterkunft in Frick, lange Asylverfahren und das richtige Benehmen.

René Picard
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Ehemaliger A3-Werkhof in Frick. Hier kommen Ikea-Häuser für Flüchtlinge in die Hallen.

Ehemaliger A3-Werkhof in Frick. Hier kommen Ikea-Häuser für Flüchtlinge in die Hallen.

Mario Heller

Ich weiss, der Titel ist provokant und das soll er sein. Mich beunruhigt die Nachricht, dass nebst alleinstehenden jungen Männern keine Familien mehr im ehemaligen Werkhof untergebracht werden sollen. Meiner Meinung nach hätten Familien zumindest ein bisschen für Ruhe gesorgt.

Wir alle wissen, nicht jeder «Flüchtling» ist einer Gefahr für sein Leben entflohen. Manche hoffen einfach auf ein besseres Leben im hochgelobten Europa. Die Verfahren dauern und dauern und dauern. Wochen, Monate, Jahre. Das ist meiner Meinung nach reine amtliche Selbstbefriedigung. Ein Antragsteller ist entweder zur unbedingten Zusammenarbeit bereit, oder er wird ausgeschafft, ohne Wenn und Aber – und zwar, bevor er untertauchen kann.

Ein Flüchtling darf nicht arbeiten, zumindest, bis sein Status abgeklärt ist; dann darf er, oder er muss gehen. Junge Männer – nicht vor allem Frauen und Kinder – nein, junge kraftstrotzende Männer müssen herumlungern. Gut, sie haben alle ein Handy, das sie fleissig benutzen, wenigstens wird dieser Eindruck Aussenstehenden vermittelt. Sie müssen sich mit sich selbst beschäftigen. Sie kommen aus einem absolut fremden Kulturkreis, der sich von unserem nicht härter unterscheiden kann. Viele kennen nur das Gesetz des Stärkeren. Klassenunterschiede sind Programm; Herkunft und Religion entscheidend für ein Weiterkommen.

Und dann stehen die vor unseren Toren, von Gutmenschen treulich umsorgt; verdammt, sich integrieren zu sollen. Ich frage mich, warum eigentlich. Ein echter Flüchtling möchte doch so schnell wie möglich wieder nach Hause, sobald es die politischen Umstände erlauben. Er will nicht Schweizer werden, aber ...

Wer bei uns Asyl sucht, hat sich als Gast zu benehmen; er hat unsere Gepflogenheiten und Sitten zu respektieren. Er hat unsere Demokratie zu achten, auch wenn diese weit weg ist von dem, was er kennt und in seiner Heimat erfahren hat. Dies ist ihm beizubringen – und zwar unverzüglich, und nicht Integration. Es ist jedem Flüchtling klarzumachen, wie es bei uns läuft.

Wer sich nicht daran hält, wird sofort oder noch schneller wieder weggeschickt. Da gibt es kein Pardon und keine Entschuldigung wegen schlechter Kindheit, traumatischer Erlebnisse, geringerer Lebensstandards.

Für Kriege hat man immer genügend Geld, aber für den Frieden reichen die Finanzen nicht. Das ist logisch: Waffen zu produzieren, ist gewinnbringender als humanitäre Hilfe vor Ort. Wozu gibt es eigentlich die sogenannten Blauhelme?