Kommentar
FDP-Meier und Grüne-Horlacher überraschen: Das Resultat sollte nun alle anspornen

Claudia Meier
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Wahlen in Brugg: Es kommt zum zweiten Wahlgang.

Wahlen in Brugg: Es kommt zum zweiten Wahlgang.

zvg

Nach den gestrigen Brugger Stadtrats- und Ammannwahlen gibt es auf der einen Seite fast so viele Fragen wie Antworten. Unklar ist derzeit etwa, wer zum zweiten Wahlgang antritt und ob es sogar bis im März 2018 dauern wird, bis die Exekutive für die neue Amtsperiode komplett ist. Auf der anderen Seite zeigen die Wahlen aber auch, wie valabel die beiden Kandidaten Titus Meier (FDP) und Barbara Horlacher (Grüne) für die Wähler sind.

Dass es zu einem so spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen kommt, bei dem Meier 161 und Horlacher 190 Stimmen zum absoluten Mehr von 1509 Stimmen fehlen, hätten sicher viele nicht erwartet. Die Resultate machen deutlich, dass beide Kandidaten fähig sind, einen grossen Erfahrungsschatz mitbringen und ihre Wähler weit über die eigene Parteigrenze hinaus mobilisieren können. Enttäuschend wenig Stimmen als Ammann konnte Richard Fischer auf sich vereinen, was sich zum Teil mit der fehlenden Partei im Hintergrund und seinem Pensionsalter erklären lässt.

Abgesehen von den Verkehrsfragen unterschieden sich die beiden Top-Kandidaten Titus Meier und Barbara Horlacher im Wahlkampf aber gar nicht so gross in ihren Statements. Wenn es um die Weiterentwicklung der Stadt und der Verwaltung geht, hat es bei den Kandidaten bisher oft ähnlich getönt. Vor einem allfälligen zweiten Wahlgang dürfen die Wähler hier ruhig noch pointiertere Aussagen erwarten, um die unterschiedlichen Positionen festzumachen. Das muss Ansporn sein.

Der Wahlkampf war in der Endphase ziemlich lahm und farblos. Im zweiten Wahlgang braucht es kein absolutes Mehr, sondern das bessere Resultat. Es ist wichtig, wer seine Wähler besser mobilisieren kann – auch wenn keine eidgenössische Abstimmung stattfindet. Eine Rolle spielt ausserdem, für wen sich allenfalls die Wähler von Richard Fischer entscheiden, sollte er auf den zweiten Wahlgang verzichten, um vielleicht im März als Stadtrat zu kandidieren.