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FBI vs. Apple: Es geht auch um uns

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Es ging auch ohne Apple: Die US-Bundespolizei FBI hat sich in das iPhone eines Attentäters gehackt. (Symbolbild)

Es ging auch ohne Apple: Die US-Bundespolizei FBI hat sich in das iPhone eines Attentäters gehackt. (Symbolbild)

KEYSTONE/AP/NG HAN GUAN

Das FBI hat es auch ohne Apples Hilfe geschafft, das iPhone des toten Attentäters von San Bernardino zu entsperren. Der Streit zwischen der amerikanischen Sicherheitsbehörde und dem Technik-Unternehmen hat damit (vorerst) für beide Parteien ein siegreiches Ende genommen. Das FBI – als Stellvertreter für den gesamte US-Sicherheitsapparat – konnte seine Macht demonstrieren. Und Apple konnte sich während Monaten als jenes Technik-Unternehmen inszenieren, das sich für die Daten seiner Nutzer einsetzt und behördlichen Forderungen nicht einfach Folge leistet.

Es ist eine Win-win-Situation. Die Sache ist für beide beteiligten Parteien so gut, dass man fast glauben könnte, es sei eine von langer Hand geplante PR-Aktion. Zumal das FBI – das zeigt der Ausgang der Sache – ja auch still und heimlich das iPhone 5C des Attentäters Syed Farook hätte knacken können.

Dabei geht es in dieser Angelegenheit längst nicht mehr um das iPhone eines Terroristen, sondern um grundsätzliche Fragen des Datenschutzes. Dazu gehört auch diese: Hat das FBI nun eine Hintertür gefunden, um jedes gesperrte iPhone zu knacken? Wenn ja, so ist es im Interesse unserer Sicherheit und unserer Privatsphäre, dass Apple diese – wenn nötig mithilfe des FBI – so rasch wie möglich schliessen kann. Denn einerseits könnte die Sicherheitslücke von Hackern ausgenutzt werden. Andererseits sollten auch die Bürger des digitalen Zeitalters das Recht haben, ein Geheimnis zu wahren. Das heisst, Daten so zu verschlüsseln, dass sie wirklich sicher sind.