Machtkonzentration
Fall Dubler ruft nach Entflechtung

Wegen der Pensionskassen-Affäre um den Wohler Ammann Walter Dubler stellt sich die Frage: Führt eine Verflechtung von Gemeinderat und Verwaltung zu einer ungesunden Machtkonzentration? Der Kommentar.

Toni Widmer
Toni Widmer
Merken
Drucken
Teilen
Walter Dubler

Walter Dubler

AZ

Die zwei Wohler Einwohnerräte Thomas Hoffmann und Jan L. Severa nehmen die Affäre Dubler zum Anlass, in Wohlen die Einführung des Geschäftsführungsmodells auf der Verwaltung zu fordern. Die Zeit sei reif und die aktuelle Diskussion um die Pensionskassenbeiträge von Gemeindeammann Walter Dubler zeigten, wie eine zu starke Verflechtung zwischen Gemeinderat und Verwaltung zu einer ungesunden Machtkonzentration führen könne, erklären sie.

Beim Geschäftsführungsmodell wird ein Gemeinderat von vielen operativen Aufgaben entlastet. Er muss sich nicht mehr um kleinste Details kümmern und über diese an einer Gesamtsitzung beraten. Dadurch werden nicht nur die Abläufe schneller, auch die Kontrollmechanismen greifen effizienter, weil Verwaltungsprofis und nicht Milizgemeinderäte am Werk sind.

Wohlen ist mit über 120 Vollzeitstellen mit einem mittelständischen Unternehmen vergleichbar. Die Geschäftsführung besorgt jedoch ein Gremium, das weitgehend aus Milizparlamentariern besteht und mit seiner Aufgabe zumindest zeitlich stets an der Grenze der Überforderung steht. Und wenns pressiert, wird aus einer Fünf rasch einmal eine gerade Zahl.

Abgesehen von der Affäre Dubler: In Wohlen läuft es nicht so rund, wie es laufen könnte. Das hat vor einer Woche der Entscheid zur Schulraumplanung gezeigt. Er war ein klares Misstrauensvotum des Einwohnerrates. Es ist offen, ob mit einem Geschäftsführungsmodell alles besser wird. Aber prüfenswert ist der Vorschlag der beiden Einwohnerräte allemal. Gerade jetzt.