Eurobus-Crash
Es liegt an uns

Als Ursache für den Eurobus-Unfall in Norwegen wird menschliches Versagen vermutet. Aber es waren auch drei der vier Opfer nicht angeschnallt – und das, obwohl sie mehrfach darauf hingewiesen wurden.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)
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Der Unglücksbus wird am Tag nach dem Unfall in einer Werkstatt von norwegischen Spezialisten untersucht.
Der verunglückte Schweizer Reisecar und zahlreiche Helfer.
Der Bus knallte frontal in den Hang.
Die Polizei sichert den Unfallplatz.
Der Strassenabschnitt im Unfallgebiet gilt bei Einheimischen als gefährlich.
Der Bus war nach dem Crash in die Felswand völlig zerstört.
Der verunfallte Aargauer Bus von in Norwegen.

Aargauer Busdrama in Norwegen - drei Schweizer tot, 13 verletzt (TeleM1)

Keystone

Was lange schon vermutet wurde, hat ein Untersuchungsbericht gestern bestätigt: Drei der vier Schweizer, die vor einem Jahr bei einem Reisebus-Unfall in Norwegen ums Leben kamen, hatten ihre Sitzgurte nicht getragen. Dies, obwohl Gurtenpflicht herrscht und sie mehrfach darauf hingewiesen worden waren.

Mehr noch: Die norwegische Unfalluntersuchungsbehörde schreibt in ihrem Bericht, dass die Passagiere nicht aus ihren Sitzen geschleudert worden wären, hätten sie die Gurte getragen. Sie hätten mit leichten Verletzungen davonkommen können, wie die anderen 13 Personen im Bus.

Bei einer Busreise verbringt der Passagier täglich viele Stunden in einem geräumigen Fahrzeug. Man fühlt sich darin sicher, keine Frage. Da macht man es sich gern ein bisschen bequem, lehnt sich rüber zum Nachbar oder geht sogar verbotenerweise ein paar Schritte. Allzu leicht vergisst ein Buspassagier, welchen riesigen physikalischen Kräften er ausgesetzt ist.

Fehler passieren. Jedem. «Gerade noch mal gut gegangen» – Wie oft haben wir das schon gedacht? Wie oft sind wir schon kurz ohne Helm aufs Velo gestiegen, ohne anzuschnallen mit dem Auto gefahren? Und wie oft haben wir das Anschnall-Signal im Flugzeug ignoriert?

Die Opfer des Busunglücks haben einen Fehler, der uns allen hätte passieren können, an einem schönen Julitag teuer bezahlt. Wir sollten daran denken, wenn wir das nächste Mal in eine Situation kommen, bei der wenige Handgriffe über Leben und Tod entscheiden könnten – und die Eigenverantwortung wahrnehmen. Letztlich liegt es an uns.

nadja.rohner@azmedien.ch

Lesen Sie den Artikel zum Eurobus-Unfall hier.