Finanzausgleich
Es ist ein Rückschlag auf dem Weg nach oben

Der Kanton Aargau erhält 2016 überraschend 45 Millionen Franken mehr Finanzausgleich als 2015. Warum die Freude über das Geld jedoch der Nachdenklichkeit weichen sollte, erklärt Mathias Küng in seinem Kommentar.

Mathias Küng
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Höherer Finanzauslgeich: Der Kanton Aargau ist trotz einem Triple-A-Rating bei den Kantonsfinanzen, einer hochrentablen Staatsbank und Spitzen-Rangierungen in verschiedenen Ratings auf dem Weg nach oben noch lange nicht am Ziel.

Höherer Finanzauslgeich: Der Kanton Aargau ist trotz einem Triple-A-Rating bei den Kantonsfinanzen, einer hochrentablen Staatsbank und Spitzen-Rangierungen in verschiedenen Ratings auf dem Weg nach oben noch lange nicht am Ziel.

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Wenn ein Finanzdirektor unerwartet mehr Einnahmen hat, ist das eigentlich ein Grund zur Freude. Wenn die Mehreinnahmen aber aus dem Finanzausgleich stammen, ist das ein Grund zur Nachdenklichkeit. Denn diese sind ein Zeichen, dass der Kanton Aargau trotz einem Triple-A-Rating bei den Kantonsfinanzen, einer hochrentablen Staatsbank und Spitzen-Rangierungen in verschiedenen Ratings auf dem Weg nach oben noch lange nicht am Ziel ist.

Mathias Küng

Mathias Küng

Aargauer Zeitung

Ziel jedes Finanzausgleich beziehenden Kantons muss sein, so ressourcenstark zu werden, dass er eines Tages selbst Geberkanton wird. Auf dem Weg dahin hat der Aargau jetzt einen Rückschlag erlitten. Dieser ist Ausdruck davon, dass sich im Aargau die Einkommen der natürlichen Personen jüngst bestenfalls durchschnittlich entwickeln. Dasselbe gilt für Firmengewinne.

Die schleppende Gewinnentwicklung hängt mit der Branchenstruktur zusammen. Die im Aargau besonders starke Maschinen- und Elektroindustrie, die unter dem billigen Strom ächzende Elektrizitätswirtschaft und Exporteure ganz allgemein stehen angesichts des überteuerten Frankens enorm unter Margendruck. Nun kommt von links immer wieder die Forderung, die ab 2016 geltende Milderung der Gewinnsteuern rückgängig zu machen.

Vor dem aktuellen Hintergrund wäre diese Massnahme, die 2012 vom Volk an der Urne gutgeheissen worden ist, erst recht falsch. Die leichte Entlastung ist nämlich Balsam gerade für Firmen, die im schwierigen Umfeld darum kämpfen, den Kopf über Wasser und ihre ganze Belegschaft halten zu können.

mathias.kueng@azmedien.ch

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