Aarauer Stadion
Es geht nicht um Sein oder Nichtsein

Der Stadiongegner hat mit seinen Beschwerden viele Aarauer verärgert. Der Fussball in Aarau sollte dadurch aber nicht gefährdet sein. Ein Kommentar.

Sabine Kuster
Sabine Kuster
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Das geplante Fussballstadion im Aarauer Quartier Torfeld Süd.

Das geplante Fussballstadion im Aarauer Quartier Torfeld Süd.

ZVG

Der Anwohner, der die Stadion-Beschwerde stur weiterzieht, ist ein eigenwilliger Mensch. Dass er der Obrigkeit so ein Schnippchen schlagen kann, muss ihm Genugtuung verschaffen. Doch er trifft das Volk, das Projekt liegt vielen Aarauern am Herzen. Entsprechend heftig fallen die Reaktionen aus.

Aber man darf die Relationen nicht verlieren: Es geht hier um ein neues Stadion. Es geht noch nicht um Sein oder Nichtsein des FC Aarau. In Aarau wird weiter Fussball gespielt. Es ist sehr realistisch, dass Swiss Football League die Ausnahmebewilligung fürs Brügglifeld nicht aufheben wird. Auf ein oder zwei weitere Jahre kommt es nicht mehr an. Und der Beschwerdeführer tut nichts Unrechtes. Im Gegenteil beweist er – so viel muss man ihm zugestehen – fast unverständlich viel Mut, indem er sich zum Buhmann einer ganzen Stadt macht.

Die Beweggründe des Einsprechers sind nicht klar. Das ärgert. Aber atmen wir einmal tief durch. Irgendwann kommt die Bewilligung. Irgendwann steht das Stadion (wenn es denn auch mit der Finanzierung klappt). Irgendwann schauen wir zurück auf diesen mühsamen, aber bemerkenswerten Fall, der zeigt, dass sich Einzelne wehren können. In anderen Fällen ist es gut, wenn Demokratie nicht zur Diktatur der Mehrheit wird. Das finden die Nachbarn von geplanten Schweineställen und von nuklearen Endlagern. Am Ende unterliegen sie meist. Manchmal gelingt es ihnen, die Umstände zu mildern. Das ist in Ordnung. Absurde Fälle gehören zum System. Finden wir uns damit ab.