Baden
Es braucht nicht noch eine Sportschule

Die Stadt Baden liebäugelt mit einer Sportschule, wie sie schon seit 2002 in der Kreisschule Buchs-Rohr geführt wird. Ist ein zweiter Standort im Aargau vonnöten? Ein Kommentar.

Thomas Röthlin
Thomas Röthlin
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Noch ist nicht klar, ob im Raum Baden eine Sportschule entstehen kann. (Symbolbild)

Noch ist nicht klar, ob im Raum Baden eine Sportschule entstehen kann. (Symbolbild)

Keystone

Für die Stadt Baden kommt der von Sportvereinen geäusserte Wunsch nach einer Sportschule wie gerufen. Die Zurich International School gibt den Standort Baden auf – sehr zum Bedauern des Stadtrats, der für den Verbleib dieser Schule geweibelt hatte. Da wäre es Balsam auf die Standortmarketing-Seele der Behörde, wenn sie ein einzigartiges Förderangebot für die hoffnungsvollsten Ostaargauer Nachwuchssportler ansiedeln könnte.

Nur: So einzigartig wäre eine «Sportschule Aargau Ost» – wie der Name sagt – nicht. Seit 2002 führt die Kreisschule Buchs-Rohr zusammen mit dem kantonalen Bildungsdepartement eine Schule für Leistungssportlerinnen und -sportler. Dass es nun plötzlich nicht nur im Raum Aarau, sondern auch in der Region Baden eine solche Einrichtung braucht, wird nicht etwa mit einer steigenden Zahl von Interessenten begründet, welche die Aufnahmekriterien erfüllen. Der Ruf nach einem zweiten Standort fusst vielmehr auf der Auffassung, den Schülerinnen und Schülern sei eine allzu weite Anreise nicht zuzumuten.

Seltsam: Ausgerechnet für angehende Spitzensportler, die in der Welt herumjetten werden, soll der Schulweg vom Ost- in den Westaargau zu lang sein? Wo doch die charakterlichen Anforderungen mit «strebsam und ehrgeizig», «selbstständig und eigenverantwortlich» bezeichnet werden? Die Schaffung einer Ostaargauer Sportschule wäre ein rein regionalpolitisch motivierter Entscheid. Er würde angesichts des Sparpakets, mit dem die Begabtenförderung etwa in der Musik reduziert werden soll, erst recht nicht verstanden.

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