Daniel Heller
Eine Klärung ist notwendig

Daniel Heller, der Verwaltungsratspräsident der Lungenklinik Barmelweid, ist geschäftlich mit der Tabakindustrie verbandelt. Das ist heikel.

Lorenz Honegger
Lorenz Honegger
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Barmelweid-VR-Präsident Daniel Heller.

Barmelweid-VR-Präsident Daniel Heller.

Mario Heller

Geht es ihm um die Sache? Oder ums Prestige und das Geld? Diese Frage muss Daniel Heller, Verwaltungsratspräsident Barmelweid-Klinik, für sich selber beantworten. Der ehemalige Aargauer FDP-Grossrat und Fraktionspräsident vertritt als einer von acht Partnern der Lobbying-Agentur Farner die Interessen von Tabakkonzernen, während schwerkranke Konsumenten von Tabakprodukten in der Barmelweid-Klinik dahindarben. Er äussert sich öffentlich gegen neue Werbevorschriften für Zigaretten, während so ziemlich jeder Arzt im Land dafür ist. Hellers Verhalten ist heikel. Und leider typisch für die Schweiz.

Natürlich gibt es Personen, die schon lange wissen, dass Heller mit seinem Unternehmen die Ziele der schweizweit bekannten Lungenklinik hintertreibt. Doch hierzulande sagt man lieber nichts, als eine einflussreiche Persönlichkeit wie Daniel Heller vor den Kopf zu stossen. Klar: In der kleinen Schweiz ist es nicht einfach, fähige Kandidaten für Verwaltungsratspräsidien zu rekrutieren. Da drückt man lieber einmal beide Augen zu. Ein bisschen mehr Zivilcourage wäre dennoch wünschenswert.

Der Trägerschaft der Barmelweid stehen alle Optionen offen: Sie kann ihren Präsidenten zur Rede stellen und wenn nicht den Rücktritt, dann zumindest eine Klärung seiner Interessen verlangen. Die Lösung ist eigentlich einfach: Entweder man paktiert mit dem Hersteller von Marlboro oder man setzt sich für die Betreuung von Menschen ein, die wegen Marlboro-Zigaretten ihre Gesundheit ruiniert haben. Beides zusammen geht nicht.

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