Kommentar
Ein Schwan ist kein Luchs und kein Bär

Es gibt zu viele Schwäne auf dem Hallwilersee. Ab 2017 soll wieder ins Brutgeschäft eingegriffen werden. Der Kommentar von Fritz Thut

Fritz Thut
Fritz Thut
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Am Hallwilersee hat es viele Schwäne. (Symbolbild)

Am Hallwilersee hat es viele Schwäne. (Symbolbild)

Keystone

Alles war bestens, solang Kanton, Bund und Gerichte sich nicht eingemischt hatten. Alles war bestens, als die Probleme noch vor Ort gelöst wurden. Die Schwäne auf dem Hallwilersee erfreuten Anwohner und Ausflügler. Und weil ihre Population in Grenzen gehalten wurde, konnten Landwirte, Winzer und Badi-Betreiber gut mit den weissen Vögeln leben.

Doch seit einigen Jahren darf die 114-jährige Schwanenkolonie Hallwilersee ihre wichtigste Aktivität nicht mehr ausüben: Die Steuerung des Bestandes durch den Eingriff ins Brutgeschäft. Die Folgen sind verheerend. Die Zahl der Schwäne auf dem See stieg vorübergehend auf 70, liegt nun – nach dem schlechten Wetter im Frühling – etwa bei 60. Richtig wären etwa 40.

Diese Überbevölkerung hat Folgen. Die Schwäne verkoten ufernahe Gebiete, sorgen in den Seebädern für Ärger bei den Gästen und in der Landwirtschaft für handfeste Schäden. In diesem Jahr wurden die Reklamationen derart massiv, dass nun die Jagdabteilungen der beiden involvierten Kantone Aargau und Luzern für eine Rückkehr zur Brutregulierung mit der Dezimierung von Eiern sind.

Ein von «Bundesbern» allfällig positiv beantwortetes Gesuch zur Geburtenkontrolle kann von Umweltverbänden angefochten werden. Der Schwan gilt hier wie der Bär und der Luchs als Wildtier. Doch ob WWF und Co. der Natur hier mit ihrer sturen Haltung nicht einen Bärendienst erweisen, wird sich zeigen, wenn die Schwanenzahl im Seetal noch mehr steigen sollte.