Polemik
Ein Register für die Einkaufssünde

Sven Altermatt
Sven Altermatt
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Schweizer Konsumenten shoppen mittlerweile für elf Milliarden Franken pro Jahr im Ausland. (Symbolbild)

Schweizer Konsumenten shoppen mittlerweile für elf Milliarden Franken pro Jahr im Ausland. (Symbolbild)

KEYSTONE

Es ist nicht allzu lange her, da konnte der gemeine Einkaufstourist am Samstagmittag nach Lörrach, Konstanz oder Waldshut fahren und in Ruhe seine Kommissionen machen. Schweizer Konsumenten shoppen mittlerweile für elf Milliarden Franken pro Jahr im Ausland. Vornehmlich in Deutschland, weil dort das gleiche Produkt oft günstiger ist.

Doch jetzt geraten Einkaufstouristen stärker unter Druck. Die Schweizer Detailhändler haben ihrem unpatriotischen und ruinösen Verhalten den Kampf angesagt. Jüngstes Beispiel: Migros-Chef Herbert Bolliger will Freibeträge streichen. Auch jeder Einkauf im Ausland sollte künftig mehrwertsteuerpflichtig sein, forderte er im Branchenmagazin «Persönlich».

Wir hätten da noch eine viel bessere Idee: ein Sünder-Register für Schweizer Einkaufstouristen. Entsprechende Daten könnte die deutsche Bundesregierung liefern. Sie plant nämlich ohnehin, alle Auto-Kennzeichen an den Grenzen automatisch zu erfassen. Die Daten sollen zwecks Abgleich in Fahndungsdateien einfliessen – und könnten ja gleich noch in die Schweiz geschickt werden.