Persönlich
Ein Plädoyer für mehr Grün in der Stadt

Bei der momentanen Hitze ist es in Baden schwierig, einen kühlen Ort zu finden.

Andreas Fahrländer
Andreas Fahrländer
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Badener Tagblatt

Hin und wieder finde ich eine richtige Sommerhitze ja ganz schön. In den Ferien fahre ich gerne ins Tessin oder auch einmal nach Italien, um die Sehnsucht nach dem Süden zu stillen. Aber länger als ein paar Tage halte ich das meistens nicht aus. Ich mag es lieber nordisch-kühl. In der Stadt Baden ist es zurzeit jedoch ziemlich schwierig, eine kühle Ecke zu finden. Haben Sie schon mal von den Hitzeinseln gelesen? Das ist keine Inselgruppe in der Südsee, sondern ein Klimaphänomen.

In unseren Städten gibt es immer mehr asphaltierte Flächen, die die Sommersonne besonders stark reflektieren. Glas- und Betonwände verstärken diesen Effekt. Nachts wirken Gebäude und Strassen dann wie riesige Heizkörper. Wasserflächen und Pflanzen, die Wasser verdunsten, haben dagegen eine kühlende Wirkung. In Baden kann man das zurzeit am besten an der Limmatpromenade erleben: Unter den alten Platanen am Fluss ist es viel kühler, die Luft ist besser, man kann freier atmen.

Kurzfristig ist der globale Klimawandel nicht aufzuhalten. Deshalb sollten wir vor unserer eigenen Haustüre beginnen, uns dagegen zu wehren: Richtige Bäume pflanzen, statt Abstandsgrün in Blumenkübeln aufzustellen. Grünflächen in den Städten vergrössern, statt immer mehr Boden zu versiegeln. Fassaden begrünen, statt nackte Beton- und Glaswände hochzuziehen. Die Stadt Baden macht jetzt gerade einen Schritt in die richtige Richtung: Am neuen Schulhausplatz entsteht ein hängender Garten aus Efeu und Weinreben. Das wird aber nur ein Tropfen auf den buchstäblich heissen Stein sein. Um den Hitzeinseln endgültig den Garaus zu machen, braucht es viel, viel mehr Grün in unseren Städten. Davon profitieren wir alle. Denn eines ist klar: Kälter wirds nicht auf unserer Welt.