Kommentar
Ein neuer Rheinhafen muss möglich sein

Eine Studie zeigt, dass die Schiffbarmachung des Rheins bis nach Rekingen sich nicht lohnen würde – finanziell und aus ökologischer Sicht. Dennoch verändern die Ergebnisse die bisherige Ausgangslage. Ein Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Für grosse Gütermengen ist das Schiff das günstigste und ökologisch beste Transportmittel.

Für grosse Gütermengen ist das Schiff das günstigste und ökologisch beste Transportmittel.

Tele M1

Für grosse Gütermengen ist das Schiff das günstigste und ökologisch beste Transportmittel. Die Kosten pro Tonnenkilometer und die Umweltbelastung sind im Vergleich mit Bahn und Lastwagen eindeutig geringer. Zudem hat der Wasserweg gegenüber der Schiene und der Strasse in der dicht besiedelten Schweiz einen grossen Vorteil: Um einen Fluss wie den Rhein im Aargau schiffbar zu machen, muss – abgesehen von Schleusen und Häfen – kaum Land zubetoniert werden. Wollte man dieselbe Transportkapazität auf Strasse oder Schiene schaffen, wären mehrspurige Autobahnen oder Eisenbahnstrecken nötig.

Dass der Rhein bald bis Rekingen schiffbar gemacht wird, ist dennoch unrealistisch: Zu gering sind die Gütermengen, zu hoch die Kosten für den Ausbau. Dies zeigt eine Studie, und dies hat auch SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht eingesehen, der nicht auf seiner Idee beharrt. Dennoch verändert die Studie die Ausgangslage, schlagen die Autoren doch vor, im Raum Rheinfelden/ Kaiseraugst einen neuen Hafen zu bauen. Dies steht im Widerspruch zum Willen des Kantons, der im Richtplan keine neuen Frachthäfen am Rhein festschreiben will.

Dies mag für die Strecke, die heute nicht schiffbar ist, gerechtfertigt sein – zu gross wären die negativen Auswirkungen auf die Natur. Dass mit einer solchen Bestimmung aber der Bau eines neuen Hafens an einer bereits erschlossenen und für Transportschiffe ausgebauten Stelle verhindert wird, kann nicht im Sinn des Kantons sein. Dieser müsste das Ausbauverbot auf die heute für Frachtschiffe nicht nutzbare Strecke oberhalb von Rheinfelden beschränken.