Apropos
Ein kleiner Tipp mit grosser Wirkung zum «Fall Amhof»

Schiedsrichter Sascha Amhof musste wegen seinen Fehlpfiffen viel Häme einstecken. Fatal: Sion-Präsident Christian Constantin sieht nun einen gegebenen Freipass, den Aargauer öffentlich an der Pranger zu stellen und ihm Betrug vorzuwerfen. Nach dem Skandälchen wäre es nun durchaus angebracht, in der Super League wie früher auf fixe Schiri-Trios setzen.

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Schiedsrichter Sascha Amhof (rechts) beim Spiel im Stade de Suisse.

Schiedsrichter Sascha Amhof (rechts) beim Spiel im Stade de Suisse.

Keystone

Schiedsrichter haben keinen leichten Job. Der Aargauer Fifa-Schiri Sascha Amhof kann davon ein Liedchen singen. Nachdem er schon in der Vorrunde beim Spiel FC Basel - GC (2:3) zu Recht heftige Kritik einstecken musste, leistete er sich auch beim Spiel YB - Sion (3:2) haarsträubende Fehler. Es begann mit einer nicht geahndeten Abseitsstellung von YB-Flügelstürmer Miralem Sulejmani. Dann fiel Amhof auf eine Schwalbe des gleichen Spielers rein, entschied auf Penalty und stellte dazu Sions Torhüter Andris Vanins vom Platz. Etwas viel auf einmal – und trotzdem: Das rechtfertigt nicht, dass Christian Constantin Amhof an den Pranger stellt und ein «Kopfgeld» von 25 000 Franken auf ihn aussetzt. Der Präsident des FC Sion sucht Personen, die Amhof falsche Absicht, ja Betrug nachweisen können. Ein Witz!

Für mich ist Constantins Ausraster aber nur eine Randnotiz. Für mich stehen drei andere Aspekte dieser leidigen Geschichte im Brennpunkt. Da ist einerseits Sulejmani, der mit seiner Schwalbe Amhof bewusst täuschen wollte und auch im Nachhinein keine Reue zeigte. Das ist schlicht und einfach unsportlich. Zum Zweiten nervt mich die Spielsperre von Vanins, der sich gar nichts zuschulden kommen liess. Es interessiert mich nicht die Bohne, dass man einen Tatsachenentscheid nicht zurücknehmen kann. Vanins ist unschuldig und hätte nicht bestraft werden dürfen.

Und zum Dritten, und das ist für mich das Wichtigste, müssen die Verantwortlichen des Schiedsrichter-Wesens die richtigen Lehren aus dem «Fall Amhof» ziehen. Fussball ist ein Mannschaftssport. Und weil das so ist, sollten auch die Schiedsrichter als Team auftreten. Um falsche Pfiffe auf ein Minimum zu beschränken, muss man in der Super League wie früher auf fixe Trios setzen. Was waren das für Zeiten, als Urs Meier, Luigi Ponte und Nino Vecchio, Kurt Röthlisberger, Erwin Krieg und Zivanko Popovic sowie Werner Müller, Ernst Felder und Robert Gugler als Einheit auftraten und sich damit ins internationale Rampenlicht gepfiffen haben.