Bezirk Zurzach
Ein Kapo-Posten sollte hierbleiben

Die Kantonspolizei Aargau will gleich beide Posten in der Grenzregion Zurzibiet aufgeben. Mindestens einer würde der Bevölkerung allerdings ein gutes Sicherheitsgefühl vermitteln. Der Kommentar.

Martin Rupf
Martin Rupf
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Der Polizeiposten in Klingnau – davor ein Auto der Kantonspolizei.

Der Polizeiposten in Klingnau – davor ein Auto der Kantonspolizei.

Philipp Zimmermann

Die Geschichte war symptomatisch: Im Herbst 2014 lancierte der Kanton eine Tourismuskampagne, bei der auf neuen Signalisationstafeln entlang der Autobahnen Sehenswürdigkeiten des ganzen Kantons zu sehen waren – der Bezirk Zurzach ging leer aus. Zu Recht wurden kritische Stimmen laut, wonach es das Zurzibiet mit dem Flecken, dem Klingnauer Stausee und anderen Highlights verdient hätte, ebenfalls beworben zu werden.

Das Zurzibiet wird seinen Ruf als (vernachlässigbare) Randregion einfach nicht los. Der jüngste Entscheid des Regierungsrats, im Zurzibiet gleich beide Kapo-Posten in Bad Zurzach und Klingnau zu schliessen, passt in dieses Bild. Natürlich, der Kanton muss sparen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass die Regionalpolizei ihren Posten in Klingnau hat, scheint es tatsächlich fraglich, ob die Kapo mit zwei Posten präsent sein muss.

Und doch ist der Ärger der Zurzibieter verständlich. Mindestens ein Kapo-Posten würde der Bevölkerung ein gutes Sicherheitsgefühl vermitteln, und die Regionalpolizei wüsste einen starken Partner in der Region an ihrer Seite. Eine Region, die wie erwähnt etwas abgelegen von den nächsten Posten in Baden oder Brugg ist und die nicht zuletzt wegen ihrer Grenznähe ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis nachweist.

Einmal mehr werden die Zurzibieter das Gefühl nicht los, vom Kanton vernachlässigt zu werden. So muss etwa das Zurzibiet im Verhältnis zum Kanton dreimal so viele Flüchtlinge aufnehmen. Alleine diese Tatsache spricht dafür, dass sich die Kapo nicht ganz aus dem Zurzibiet verabschieden darf.