Kommentar
Ein erster Erfolg für illegal Adoptierte

Das Versprechen des Bundesrats tönt gut. Nun müssen Taten folgen.

Niklaus Salzmann
Niklaus Salzmann
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Der Bundesrat gab jüngst das Versprechen ab, illegal Adoptierten aus Sri Lanka die Herkunftssuche zu erleichtern.

Der Bundesrat gab jüngst das Versprechen ab, illegal Adoptierten aus Sri Lanka die Herkunftssuche zu erleichtern.

CH Media

Ungeschehen können die Fehler nicht gemacht werden. Aber zumindest die Folgen in einzelnen Fällen ein wenig gelindert werden. Der Auftritt der Bundesrätin Karin Keller-Sutter am Montag war schon einmal von grosser symbolischer Bedeutung für all jene, die in den Siebzigern oder Achtzigern illegal adoptiert wurden. Ihrem Anliegen wird Gewicht gegeben, und dies auf höchster Regierungsebene. Es kommt selten vor, dass sich eine Behörde so deutlich zu Fehlern bekennt.

Ein starkes Signal ist auch, dass sich die Justizministerin vergangene Woche mit zwei aus Sri Lanka adoptierten Frauen getroffen hat. Die Aufarbeitung stützt sich also nicht nur auf wissenschaftliche Berichte, die Anliegen der Betroffenen fliessen auch direkt ein. Sie sollen in erster Linie bei der Identitätssuche unterstützt werden, sagte Keller-Sutter.

Doch wie sieht diese Unterstützung konkret aus? Das ist noch offen. Die Betroffenen möchten insbesondere, dass die Herkunftssuche kostenlos wird. Das ist eine legitime Forderung. Meist braucht es dazu eine Reise ins Herkunftsland; es geht rasch um ein paar Tausend Franken, die nicht alle aus eigener Tasche berappen können.

Nun müssen also den bundesrätlichen Versprechungen Taten folgen. Eine Abschwächung wäre ein weiterer unverzeihlicher Fehler. Eine stringente Umsetzung hingegen eine Demonstration eines vorbildliche Umgangs mit vergangenen Fehlern.