Gemeinderatswahl
Eiken kann nun einen Neuanfang wagen

In Eiken sind seit Sonntag sämtliche Sitze und Ämter im Gemeinderat wieder besetzt. Das ist gleich doppelt erfreulich: Erstens ist das Dorf nun – nach Monaten der Instabilität und Ungewissheit – wieder voll handlungsfähig. Ein Kommentar.

Thomas Wehrli
Thomas Wehrli
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Die Gemeinde Eiken kann einen Neuanfang wagen.

Die Gemeinde Eiken kann einen Neuanfang wagen.

Das Eiken wieder voll handlungsfähig ist, ist zentral, um die Gemeinde in die Zukunft zu führen, in ein Morgen notabene, das für die Kommunen grosse Herausforderungen mit sich bringt. Es ist wichtig, dass das neue Gremium nun schnell zusammenfindet. Nicht als Sammelsurium von Einzelmasken, sondern als Team. Genau daran ist der «alte» Gemeinderat gescheitert.

Zweitens, und das ist mindestens so erfreulich, zeigen die Wahlen in Eiken: Das Milizsystem funktioniert. Es finden sich genügend Leute, genauer: Es finden sich genügend junge Leute, die bereit sind, in die Hosen zu steigen. Man steht für die Gemeinschaft ein - wenn Not am Mann oder an der Frau ist.

Das Beispiel Eiken zeigt aber auch: «En attendant auf irgendwer» funktioniert nicht mehr; wenn man Menschen, gerade Junge, die im Job stark gefordert sind und zahlreiche andere, oft verlockendere Optionen haben, für ein politisches Amt motivieren will, braucht es Menschen, die als Motivationsspritze fungieren.

Diese Aufgabe hat in Eiken die IG «Neue Gemeinderäte für unser Dorf» übernommen. Sie erhielt dafür nicht nur Lob, sondern wurde auch angefeindet. Zu Unrecht. Denn im Gegensatz zu all jenen, die hinter vorgehaltener Hand gelästert haben, was einfach, aber nicht wirklich effizient ist, suchte die IG nach Papabili. Und fand sie.

Was braucht das neu zusammengesetzte Gremium nun? Etwas Zeit, viel Ruhe und genügend Vertrauen.

Die Zeit, um sich als Team zu finden; alle Neugewählten steigen frisch in die Politik ein. Das ist für alle eine Herausforderung. Sie können sie meistern.

Die Ruhe, um die ersten Entscheide gründlich vorzubereiten. Diese müssen gut austariert sein – denn alle Eiker Augen schauen hin. Aus Neugierde, ganz klar, aber auch, weil nach den Turbulenzen im 2014 noch immer ein schaler Nachgeschmack in der Luft liegt.

Das Vertrauen, zu guter Letzt, weil ohne nichts geht. In der Politik wie im Leben.