Andreas Thommen
Ecopop und Grüne vertragen sich nicht

Andreas Thommen, Ammann von Effingen und Grünen-Mitglied, tritt für die Ecopop-Bewegung zu den Nationalratswahlen an. Ob er bei den Grünen austritt, will er noch nicht entscheiden. Der Kommentar.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Muss sich warm anziehen: Andreas Thommen.

Muss sich warm anziehen: Andreas Thommen.

EMANUEL PER FREUDIGER

Noch im März war die Sache für Andreas Thommen klar: Wenn er für Ecopop zu den Nationalratswahlen antrete, werde er die Grünen verlassen. Eine klare Haltung, die zum konsequenten Einsatz von Thommen passt, der sich monatelang unbeirrt von der Kritik seiner Partei für eine Beschränkung der Zuwanderung eingesetzt hatte. Inzwischen hat sich dies geändert: Thommen hat zwar seine Kandidatur definitiv bekannt gegeben, will nun aber abwägen, ob ihm die Parteizugehörigkeit im Wahlkampf eher nützt oder schadet.

Dass ein Politiker versucht, seine Wahlchancen zu verbessern, ist nicht ungewöhnlich. Und dass Thommen sich schwertut, als ehemaliger Präsident der Aargauer Grünen nach 15 Jahren Mitgliedschaft aus der Partei auszutreten, ist nachvollziehbar. Dennoch ist es für ihn die einzige Möglichkeit, um glaubwürdig zu bleiben. Schliesslich hat Thommen selber als Parteipräsident einst die Statuten unterzeichnet, die festhalten: Wer einer Organisation angehört, deren Ziele jenen der Grünen widersprechen, muss aus der Partei austreten.

Dass sich die Ziele von Ecopop nicht mit denen der Grünen vertragen, ist längst klar: Mit grosser Mehrheit fasste die Kantonalpartei im Herbst die Nein-Parole zur Initiative, auf nationaler Ebene stimmten nur gerade 19 Prozent der grünen Wähler dafür. Deshalb sucht Thommen im Aargau auch keine Listenverbindung mit den Grünen, sondern möchte sich mit BDP, EVP und GLP verbünden. Bei so viel politischer Abgrenzung wäre ein Parteiaustritt nicht nur konsequent, er ist ein Muss.

Den Artikel zum Thema lesen Sie hier.

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