Überdies
Dünn, dünner, Streichholz – perfekt

Deborah Gonzalez
Deborah Gonzalez
Merken
Drucken
Teilen
Mager ist wieder "in".

Mager ist wieder "in".

AP

Ich dachte, wir wären raus aus diesem Trott, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Mager ist wieder in. Was heisst «in» — es ist wieder DIE Voraussetzung, DAS Schönheitsideal überhaupt. Wie bitte? Du trägst Grösse 34? Unmöglich. Mindestens zwei Grössen zu dick. Genau, dick. Das sind wir anscheinend. Das will uns die Modewelt klarmachen. Mal wieder. Es gab eine Zeit, da sahen die Models noch aus wie wir Normalsterblichen. Ja, die gab es wirklich. Lang ist’s her. Vor einigen Jahren traten dann die Curvy Models, mit ein paar Kilos mehr auf den Hüften, ins Scheinwerferlicht. Es war ein Weckruf. Wir «zu grosse Grössen» konnten aufatmen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Wir mussten uns nicht mehr in zu enge Kleidung zwängen.

Und jetzt? Jetzt kommt so eine Hollywood-Tochter dahergelaufen und ist der neue Stern am Modehimmel. Kaia Gerber, die Tochter der schönen Cindy Crawford. Die ist sowas von untergewichtig, hat Beine wie Streichhölzer und ein eingefallenes Gesicht. Und sie ist nicht die Einzige. Wir sind wieder am Anfang. Die Vorbilder für die nächste Generation sind bestimmt und sie werfen uns Jahre zurück. Vorwärts, Magersucht! Wieder werden wir auf den Laufstegen dieser Welt nur Knochen sehen. Wieder werden wir zwei Stäbchen als Beine betrachten und denken, dass genau das, das neue Idealbild ist. Danke dafür, liebe Modewelt. Ihr macht uns krank!