Kommentar
Dubler macht sich selbst unmöglich

Walter Dubler beteuert weiterhin seine Unschuld und will das Urteil des Gerichts anfechten. Seine politische Karriere wird das nicht retten.

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Der suspendierte Gemeindeammann von Wohlen , Walter Dubler, ist der ungetreuen Geschäftsbesorgung und des mehrfachen Betrugs schuldig befunden worden.

Der suspendierte Gemeindeammann von Wohlen , Walter Dubler, ist der ungetreuen Geschäftsbesorgung und des mehrfachen Betrugs schuldig befunden worden.

Gegen ihn werde eine gezielte Schmutzkampagne geführt, mit dem Ziel, ihn aus dem Amt des Gemeindeammanns zu entfernen. Einzelne, unbedeutende Begebenheiten würden zu Skandalen aufgebauscht und er werde durch die Medien vorverurteilt. Dies hielt Walter Dubler in den letzten Monaten immer wieder fest, zugleich bestritt er sämtliche Vorwürfe gegen ihn vehement.

Nun hat ihn das Bezirksgericht Zurzach wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Betrugs schuldig gesprochen. Der Einzelrichter kritisiert, Dubler habe das Vertrauen des Gemeinderates und der Bevölkerung missbraucht. Er habe sich über gesetzliche Vorgaben gestellt und diese nach seinem Gutdünken ausgelegt. Zudem zeige Dubler weder Reue noch Einsicht und habe versucht, die Schuld auf den Finanzverwalter abzuschieben – das sei fragwürdig.

Dubler lässt dies kalt, er ist nach wie vor von seiner Unschuld überzeugt und kündigt via Anwalt an, das Urteil anzufechten. Das ist sein gutes Recht, und wie das Verfahren vor dem Ober- oder sogar Bundesgericht ausgeht, lässt sich nur schwer voraussagen. Vielleicht kommen andere Richter zu einem anderen Urteil. Dublers politische Karriere wird dies nicht retten. Denn als Gemeindeammann hat sich der bald 61-Jährige selber unmöglich gemacht.

Man stelle sich zwei konkrete Situationen vor, wenn Dubler tatsächlich versuchen würde, ins Amt zurückzukehren. Die Sitzung mit dem Gemeinderat, der beim Regierungsrat beantragte, Dubler zu suspendieren. Und die Besprechung mit dem Finanzverwalter, dem Dubler einst sagte, er werde hinstehen, wenn die Sache mit den Pensionskassengeldern auskäme. Beides ist undenkbar – das müsste auch Dubler erkennen.