Einkaufszentren
Discounter-Kritik zielt ins Leere

Fabian Hägler
Fabian Hägler
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Aldi Suisse feierte 2015 sein 10-Jahr-Jubiläum in der Schweiz.

Aldi Suisse feierte 2015 sein 10-Jahr-Jubiläum in der Schweiz.

Nicole Nars-Zimmer

Einst gab es im Aargau die Bedürfnisklausel, die aufgrund der Bevölkerungszahl festlegte, wie viele Restaurants in einer Gemeinde zulässig waren. Diese ist längst abgeschafft, in der Gastronomie spielt der freie Wettbewerb. Dies gilt auch im Detailhandel, wo in den letz-
ten Jahren mit Aldi und Lidl auch im Aargau zwei grosse Ketten dazugekommen sind. Dies ist für Konsumenten vorteilhaft. Durch die neuen Discounter steigt der Wettbewerb, die Preise sinken.

Dennoch stellt sich die Frage: Wie viele Einkaufszentren braucht es eigentlich im Aargau? Dass die neuen Discounter für ihre Filialen möglichst attraktive Standorte suchen, ist logisch. Optimal sind für sie Orte mit viel Durchgangsverkehr, hoher Kundenfrequenz und genug Platz für den Supermarkt selber sowie ebenerdige Parkplätze. Genau dies widerspricht den Zielen des neuen Raumplanungsgesetzes, das eine weitere Zersiedelung verhindern soll.

Die Frage, ob neue Supermärkte auf der grünen Wiese ein Bedürfnis sind, können nur die Kundinnen und Kunden mit ihrem Einkaufsverhalten beantworten. Es geht nicht darum, im Detailhandel eine Bedürfnisklausel einzuführen und die Zahl der Einkaufszentren staatlich zu beschränken. Und es ist das gute Recht der Detailhändler, dort neue Filialen zu bauen, wo dies für sie wirtschaftlich sinnvoll und gesetzlich zulässig ist. Die Kritik an den restriktiven Vorgaben des Kantons zielt aber ins Leere. Im Aargau haben rund zwei Drittel der Stimmenden das Raumplanungsgesetz angenommen. Dass der Kanton dieses nun umsetzt, ist deshalb nur richtig.