Fahrdienst
Die Uber-Fahrer fühlen sich zu Recht ausgenutzt

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Sind Uber-Fahrer Angestellte oder nicht?

Sind Uber-Fahrer Angestellte oder nicht?

KEYSTONE/AP/JEFF CHIU

Der Fahrdienst Uber ist innovativ. Und zwar so sehr, dass er drauf und dran ist, die Taxibranche gänzlich aus dem Markt zu drängen. Statt auf der Suche nach einem Taxi in der Stadt umherzuirren, bestellt der Smartphone-Nutzer den Chauffeur bequem per App. Auf dem Display ist ersichtlich, wann der Wagen eintreffen wird, wie der Fahrer heisst und wie viel die Fahrt ungefähr kosten wird – bedeutend weniger als mit einem herkömmlichen Taxi.

Das Konzept ist super. Zumindest für den Fahrgast. Anders sieht es für die Fahrer aus. Sie fühlen sich zu Recht ausgenutzt. Uber sieht sich nämlich nicht als Arbeitgeber für Chauffeure, sondern als Technologiefirma, die selbstständigen Fahrern eine Plattform zur Verfügung stellt. Deshalb weigert sich Uber, den Fahrern Sozialabgaben zu zahlen. Das ist fadenscheinig und führt dazu, dass die technologische Entwicklung zulasten des Menschen geht.

Gleichzeitig machen es sich die Taxidienste aber zu einfach, wenn sie bloss über Uber klagen, ohne selber die Möglichkeiten der digitalen Transformation zu nutzen. Und sie tun gut daran, weiter in die Zukunft zu schauen. Die nächste Stufe der Transport-Revolution steht bevor. In Pittsburgh fahren bereits autonome Uber-Wagen. Egal, wie der Streit um die Sozialabgaben ausgeht: Über kurz oder lang wird Uber den Fahrer gänzlich abschaffen.