Meiereien
Die tschechische Nachtigall

Jörg Meier
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Der Sänger, der uns seit Kinderzeiten begleitet («Biene Maja»), hat eine Krebserkrankung recht gut überstanden und mag auch wieder singen.

Der Sänger, der uns seit Kinderzeiten begleitet («Biene Maja»), hat eine Krebserkrankung recht gut überstanden und mag auch wieder singen.

/APA/JOHANNES EHN

Karel Gott lebt. Der Sänger, der uns seit Kinderzeiten begleitet («Biene Maja»), hat eine Krebserkrankung recht gut überstanden und mag auch wieder singen. Das ist schön und freut seine Fans; besonders in der nahen Adventszeit. Keiner singt die Klassiker der Weihnachtszeit anrührender als die goldene Stimme aus Prag. Fast empört sind wir, wenn wir erfahren, dass Karel Gott inzwischen ein älterer Herr von 78 Jahren ist, wo doch seine Biene Maja ewig jung tönt.

Da mögen wir es ihm doppelt gönnen, dass er in seiner Heimat Tschechien geehrt worden ist. Er erhielt die «tschechische Nachtigall», die Publikumsauszeichnung für den besten Sänger des Landes. «Bravo!», rufen wir da nach Tschechien und freuen uns für den fröhlichen Schlagertenor mit seinem unverwechselbaren tschechischen Deutsch.

Natürlich ist das nicht die erste Auszeichnung für Karel Gott. Die «tschechische Nachtigall» hat er nun bereits 42 Mal gewonnen. Das bedeutet: Während 42 Jahren war Karel Gott nach Ansicht des Publikums der beste Sänger im Land, egal, wer gerade an der Macht war.

Das wäre in der Schweiz nicht möglich, dass einer oder eine 42 Mal den Swiss Music Award, den Prix Walo und wie sie alle heissen gewinnen könnte. Nicht der einzigartige Polo Hofer, nicht der rockende Büezer Gölä; nicht Francine Jordi und nicht Oesch’s die Dritten; auch das Trio Eugster unserer Eltern hat keine Chance. Wir sind da eher für Abwechslung.

Wenn es denn überhaupt einen gibt, dem wir am liebsten und bedingungslos für die nächsten paar Dutzend Jahre jeden erdenklichen Publikumspreis übergeben möchten, dann ist das einer, der aus einer ganz anderen Branche kommt. Er spielt Tennis.