Kommentar
Die Schweiz bleibt aussen vor

Das umstrittene Ceta-Freihandelsabkommen zwischen Kanada und der USA wurde abgeschlossen. Der Kommentar.

Andreas Schaffner
Andreas Schaffner
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Die EU hat mit Kanada das Freihandelsabkommen CETA unterzeichnet. (Kanada-EU-Summit in Brüssel am Sonntag)

Die EU hat mit Kanada das Freihandelsabkommen CETA unterzeichnet. (Kanada-EU-Summit in Brüssel am Sonntag)

KEYSTONE/AP The Canadian Press/ADRIAN WYLD

Das Wirtschafts- und Handelsabkommen Ceta zwischen der Europäischen Union (EU) und Kanada ist unterzeichnet. Nach wochenlangem Hin und Her ist eines der beiden grossen transatlantischen Abkommen so gut wie besiegelt. Ob es mit dem anderen Abkommen, dem TTIP mit den USA, so flott gehen wird, ist ungewiss. Der Widerstand in den einzelnen EU-Staaten ist hier viel grösser.

Sicher ist: Die Schweiz als Nicht-EU-Mitglied bleibt aussen vor, auch wenn wir wie Norwegen mit der EU ein Freihandelsabkommen haben und auch wenn Kanada via nordamerikanischem Freihandelsabkommen (Nafta) mit den USA und Mexiko verbunden ist. Eine in Mexiko hergestellte Ware würde auch nach dem Export nach Kanada als mexikanisch gelten. Via Efta verfügt die Schweiz zwar seit 2009 über ein Freihandelsabkommen mit Kanada. Allerdings umfasst es weniger Bereiche als Ceta. Die Schweizer Handelsdiplomatie ist hier nun gefordert.

Für die Schweiz ist die Ceta-Debatte auch ein Lehrstück, wenn es um die Frage geht: Wie geht die EU wirklich mit ihren Kleinstaaten um? Werden sie von den grossen und deren Interessen nicht einfach überrollt? Und was heisst das, wenn es um Verhandlungen mit der Schweiz geht? Allzu zuversichtlich kann man hier aus Sicht der Schweiz nicht sein: Die Grossen haben sich faktisch durchgesetzt.