Kommentar
Die Schule Aargau hat Schwächen

Sind unsere Schüler nach ihrem Abschluss auf das richtige Leben vorbereitet? Die Pisa-Studie zeigt für den Aargau erschreckende Resultate. Ein Kommentar.

Hans Fahrländer
Hans Fahrländer
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Landammann Alex Hürzeler besuchte die Schule Suhr. NAM

Landammann Alex Hürzeler besuchte die Schule Suhr. NAM

Nina Amann

Vermittelt unsere Volksschule das falsche Wissen? Verfügen die Jugendlichen am Ende der Volksschule über Kompetenzen, die ihnen im Leben nicht weiterhelfen? Führt die Orientierung am einzelnen Kind und seiner individuellen Förderung zu einer Verweichlichung? Sind bei der Integration von hoch und schwächer Begabten die Normalbegabten die Geprellten? Der Aargauer Unternehmer und Berufsschulpräsident Markus Möhl würde das Fragezeichen hinter all diesen Sätzen streichen.

Man möchte seine happigen Vorwürfe als zu hart und zu verallgemeinernd auf die Seite wischen. Doch das geht nicht so leicht. Denn der Mann vertritt nicht eine politisch-ideologische Position. Er erzählt von dem, was er täglich erlebt. Erzählt er von allgemeingültigen Befunden oder von Aargau-spezifischen? Kürzlich wurde der Aargau durch die Kantonsauswertung des Pisa-Tests 2012 aufgeschreckt: Unsere 15-Jährigen sind abgerutscht, Sankt-Galler Jugendliche zum Beispiel sind um Längen besser. Auffällig ist vor allem: Das schwächste Leistungssegment ist bei uns besonders gross. Konkret heisst das: Wir bringen es nicht fertig, die schwächer Begabten auf Vordermann zu bringen.

Ein Lamento «Die Schule Aargau ist schlecht» hilft uns nicht weiter. Und es stimmt so auch nicht. Die Volksschule bringt jedes Jahr viele erfolgreiche junge Menschen hervor, die sich in weiterführenden Schulen, in der Lehre und im Leben draussen bewähren. Doch es gibt offenkundig Schwachstellen. Nach diesen müssen wir gezielt und ohne ideologische Scheuklappen suchen.